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Stamm Winterstein. III. Viertel. I. Branche. 727
hatte sich gegen die Buonapartische Usurpation ermannt, und in Korddeutsch- xvih.gbland regte sich das Volk zum Aufstand gegen die Fremdherrschaft. DerOberschenk v. Wangenheim musste sich im Frühjahre 1813 der Ge-l'angennehmung Seitens der hohen Polizei durch schleunige Flucht überdie Elbe entziehen, sein Vermögen innerhalb des Königreichs Westpfalenwurde confiscirt und unter Sequester gestellt, er selbst aber ebenso wiesein Schwiegervater der Minister v. d. Decken steckbrieflich verfolgt.Inmittelst constituirte sich in Schwerin eine neue provisorische Hanno-versche Kegierung unter dem Vorsitze des Ministers v. d. Decken unddiese schickte sofort den Oberschenk v. Wangenheim in Begleitungdes zu diesem Zwecke aus England gekommenen Geheimraths HansDetlef v. Hammerstein nach Stockholm, um die Einschiffung derSchwedischen Armee dort zu betreiben, welche unter den Befehlen desKronprinzen von Schweden zu den alliirten Armeen stossen sollte. DieseMission, welche den Oberschenk v. Wangenheim während des ganzenSommers und Herbstes 1812 bis nach der Schlacht von Leipzig an dasSchwedische Hauptquartier fesselte, war mit grossen Schwierigkeiten undYerdriesslichkeiten verknüpft, da der Kronprinz Carl Johann den Fran-zösischen Reichs-Marschall Bernadotte nicht vergessen konnte, und einesehr zweideutige Politik verfolgte, welche den Interessen Hannovers,welche Wangenheim vertrat, wenig entsprach. Die üble Laune desKronprinzen gegen Wangenheim wurde aber noch gesteigert, als die-ser nach der Leipziger Schlacht von ihm nach Hannover vorausgeschicktwurde, um seinen Empfang als Befreier dort vorzubereiten, und das Pa-lais des Herzogs v. Cambridge für ihn einzurichten, und Wangenheimihm anzeigen musste, dass der Herzog von Cumberland bereits in dieResidenz seiner Väter eingezogen sei, und den Kronprinzen von Schwe-den als Gast seines Königlichen Vaters empfangen würde. Bernadottenahm unwillig sein Quartier in Monbrillant, und zog schnell nach Hol-land weiter, jedes Gefecht zwischen Schweden und Franzosen vermeidend.Wangenheim trat nun seinen Dienst als Oberschenk wieder an,und da der Ober-Hofmarschall von Low durch Krankheit an de,r Wahr-nehmung seines Dienstes bis zu seinem im April 1815 erfolgten Tod be-hindert, die frühern Vordermänner Wangen hei ms, der SchlosshauptmannGraf llardenb er g und der Oberschenk Graf Oberg, aber in Westphäli-sche Dienste übergetreten, und somit ausgeschieden waren, so hatte erallein die Geschäfte des Oberhof-Marschall-Amts zu leiten, und wurde am15. Februar 1815 zum Schlosshauptmann mit Generaknojors-Rang, beiStiftung des Königlichen üuelphen-Ordens aber, wie es in dem Verlei-hungs-Rescripte heisst: „wegen der bei vielfachen in der Zeit der feind-lichen Usurpation gehabten Veranlassungen gegebenen vorzüglichen Be-weise seiner treuesten Anhänglichkeit an Sr. Hoheit den Prinz-Regenten