662
II. Euch. Zweiter Abschnitt.
XIV Ge.lieration.
Er wurde Ton Jugend auf zur Gottesfurcht, Kirche und Schule an-gehalten, trat in seinem 11. Jahre als Page bei der Herzogin Christine,geborenen Prinzessin von Hessen, in Dienst, ohne darum die Schule zuversäumen. Am 18. März 1613 zog er mit einem Französischen Herrnvon Eisenach ab nach Lothringen, um sich bei Zeiten in Kriegssachenzu üben, hier wollte er mit einem Herrn von Harcour eine Fahrt nachJerusalem machen, da sein Herr aber auf dem Meere erkrankte, wur-den sie zurückgeschickt, und trat er nun 1617 als Cornet in die Dienstedes Landgrafen Moritz v. Hessen und darauf in diejenigen des Mark-grafen Georg Friedrich von Baden-Durlach, wo er in der un-glücklichen Schlacht bei Wimpfen am 26. April/6. May 1622 als Corneteine Fahne erbeutete, welche sein Eigenthum verblieb und nach seinemTode in der Sonneborner Kirche aufbewahrt wurde. Jost Christophtrat nun nach Auflösung der Baden-Durlach'schen Armee wiederum alsCornet unter die Compagnie, welche Hermann Balthasar von Butt-lar damals für Herzog Georg von Braunschweig warb, und wurdespäter in dessen Armee zum Rittmeister ernannt, scheint aber, als HerzogGeorg sich mit dem Kaiserlichen Heere unter Tilly verband, diesenDienst wieder verlassen und sich 1526 in die Heimath begeben zu haben.
Hier schloss er nun mit Jungfrau Maria vonMansbach im Jahre1629 ein Ehebündniss, welches aber während seiner kurzen Dauer durchNachkommenschaft nicht gesegnet war.
- Den jungen thatkräftigen Mann konnte die Buhe in dieser kriegeri-schen Zeit nicht behagen, und als Churfürst Johann Georg in Folgedes Leipziger Fürsten-Convents 1631 zu Rüstungen schritt, trat Jost Chri-stoph daher wieder in die Chursächsischen Dienste als Rittmeister ein.Als solcher sah er im August 1631 zu Leipzig den Landgrafen Wil-helm von Hessen, als dieser nach Werben unterwegs war zum Schwe-den-König Gustav Adolph, und überliess demselben ein schönes ungar-sches Pferd, was dem Landgrafen gefiel, und wofür derselbe dem BruderHans Ludwig, welcher den Tausch vermittelte, ein anderes gutes Pferdmit Sattel und Zeug versprach, was aber, wie wir bei Hans Ludwig,des Bruders, Lebensbeschreibung ersehen werden, nicht erfolgte. HansChristoph nahm am 6. Kovbr. 1632 als Rittmeister an der Schlacht vonLützen Theil, in welcher er mehrfach verwundet wurde, und unter an-dern einen Schuss erhielt, dessen Kugel er bis an sein Ende im Leibebehielt. Er blieb aber demungeachtet dienstfähig, wurde zum Major be-fördert, und am Tage der siegreichen Schlacht von Liegnitz 1634 zweiStunden vor Beginn der Schlacht zum Oberstlieutenant ernannt. Nunwünschte Jost Christoph, an seinen Wunden leidend, seinen Abschiedzu erhalten, um welchen er am 29. Juni 1634 bat, statt dessen erhielt