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Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
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II. Buch. Zweiter Abschnitt.

xix. Ge- 1758/9 yon seines Vetters Christian Söhnen das Untergut zu Sonne-born, und von dem Cammerherrn und Major der Leib-Garde FriedrichJob st und der Vormundschaft für dessen unmündige Kinder (als Frie-drich Jobst im Januar 1760 vor Abschluss des Contracts gestorben war)unter obervormundschaftlicher und lehnherrlicher Genehmigung auch dasObergut zu Sonneborn und das Haus in der grossen Erfurter Gassezu Gotha erkauft, und sich hier luxuriös etablirt hatte, ernannte ihn Her-zog Friedrich von Gotha und 'Altenburg zum Herzoglichen Cammer-herrn und Hess er sich nun, immer unter dem Vorwande seiner leidendenGesundheit, durch keine Bitte seiner Gattin zur Rückkehr bewegen. Trotz-dem hing diese ihm mit immer gleicher Liebe an, welche sie dadurchbethätigte, dass sie ihm nicht allein stets reiche Einnahmen zufliessen Hess,-sondern auch durch ihr Testament zu ihrem alleinigen Erben bei ihremim Januar 1771 erfolgten Ableben eingesetzt hatte, und er nun selbstreicher Plantagen-Besitzer in Surinam wurde. Können wir nun auch dieseKaltsinnigkeit gegen seine erste Gemahlin, welche ihn zum reichen Hannemachte, nicht loben und nur damit entschuldigen, dass er ein körperlichzwar schöner, aber wenig begabter und ziemlich roher und ungebildeterMann gewesen sein soll, so hinderte das doch nicht, dass sein Reichthumihm viele Freunde erwarb, und ihm auch durch Patent de dato Ichters-hausen den 25. Juli 1771 wegenseiner sich erworbenen stattliehenVerdienste und besitzender rühmlicher Eigenschaften" der Charakter einesOber-Cammerherrn beigelegt wurde.

Da Kinder aus seiner ersten Ehe nicht vorhanden waren, galt derimmerhin schon alternde und gewiss auch kränkliche Mann doch für eineglänzende Parthie, und so richtete es die Verwandtschaft schon so ein,dass der noch trauernde Witwer schon im Septbr. 1771 zu einer zweitenEhe mit der hinterlassenen ältesten Tochter des Majors und CammerherrnFriedrich Jobst, Fräulein Fricdrike Magdalena Johanne Marievon Wangenheim schritt, welche, 23 Jahre alt, als eine grosse und'viel bewunderte Schönheit galt, aber, wie die Sage geht, nur mitgrossem Widerstreben zum Trau-Altar schritt, während ein Anderer ihrHerz besass, der sich am Tage dieser Hochzeit das Leben genommen ha-ben soll.

Die junge Frau wurde unmittelbar nach der Trauung krank, Hesssich nach Gotha bringen und weigerte sich in ihrer Krankheit den Ge-mahl zu sehen. Dieser erkrankte selbst nach einem Besuche, welchener seiner jungen Frau in Gotha gemacht hatte, und starb am 30. Novbr.1771, w T orauf seine durch ihre Ehestiftung vom 16. Septbr. 1771 für die-sen Fall zur Erbin eingesetzte junge Frau, sein grosses Vermögen iu Be-sitz nahm, und sich nun bald erholte. Zur Regulirung ihrer Erbschaftreiste sie nach Hollaud und heirathete schon im folgenden Jahre zu Paris