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II. Buch. IL Abschnitt.
438. Friedrich Jobst.
XIX. Ge-neration.
Derselbe findet sich in den Son neb orn er Kirchenbüchern nicht ein-getragen, wird aber in den Stammtafeln stets als Christians ältester Sohnaufgeführt, und muss daher im Anfange des Jahrs 1717 geboren sein.Er trat früh in Preussische Dienste. Am IG. Decbr. 1740 erhielt er be-reits sein Patent als Capitain im Grenadier-Bataillon von Kahlden, beiwelchem er am 11. May 1753 Major wurde, 1758 als Commandern' zumGrenadier-Bataillon von Carlowitz versetzt und zum Oberstlieutenant er-nannt, wurde er als Invalide 1759 mit dem Charakter als Oberst dimittirt,erhielt 1772 den Orden pour le merite und starb am 16. März 1775 zuTreuenbrietzen. Er war nie verheirathet, hatte aber ausser der Ehedrei Söhne erzeugt, welche er vom König von Preussen legitimiren liess,und von denen der älteste Valentin Leopold in der Königlich Sächsi-schen Armee als Offizier und die beiden jüngeren in Preussischen Dienstenvon ihm untergebracht wurden, wo sie als Herren von Wangenheimdienten, 'sich verheiratheten und Kinder hinterliessen. Ueber diese so ent-standene Neben-Linie ist uns Folgendes bekannt geworden.
Valentin Leopold stand als Chursächsischer Lieutenant zu 8an-gerhausen in Garnison, und verheirathete sich hier am 1. Februar1781 mit Henriette Friederike von Hoffmann, verwitweten Ernst,welche er bei seinem 1794 erfolgten Tode als Chursächsischer Oberstlieu-tenant im Regiment Prinz Clemens mit zwei Töchtern als Witwe hinter-liess. Die Frau, welche nach einer vorhandenen Leichenpredigt dieTochter eines Dr. juris von Hoffmann und einer geborenen v. Birenwar, muss wohlhabend gewesen sein, scheint aber durch unvortheilhafteGuts-Käufe ihr Vermögen verloren zu haben, indem sie zuerst Klein-Vargula in Thüringen, dann nach einander die Güter Bodschaplitzund Welk au in der Oborlausitz, Laubegast bei Dresden und einigeHäuser in Dresden, dann das Gut Crampe in der Neumark, Neuen-glück im Arnswalder Kreis, Sterchow, Alt-Holm und Cölpinbei Fürstenwalde, und endlich Rulz ow beiColberg besessen habensoll, bis sie durch Plünderung und Brandschatzungen im Kriege von 1806und 1807 gänzlich verarmte, und bei ihrem Neffen aus erster Ehe, demAdministrator der Herrschaft Pfaffendorf, erblindet Aufnahme fand, unddort am 9. Septbr. 1814 verstarb. Diesem Ernst scheinen die Töchterden Verlust ihres letzten Vermögens hauptsächlich Schuld zu geben.
Die älteste Tochter Caroline war mit einem Forstbeamten Namens Wag-ner seit 1805 verheirathet, welcher 1813 als Freiwilliger eintrat, zum Pre-mierlieutenant im 3. Land wehr-Regimente avancirte, und nach demFrieden auchnach längerm Warten im Regierungsbezirke Breslau wieder im Forstfacheangestellt wurde, aber kränklich durch die Kriegsstrapazen geworden schon