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Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
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II. Buch. Zweiter Abschnitt.

XVlI.Go-neratiou.

Wenngleich seine in der betreifenden Akte nicht mehr vorhandeneEheberedung dem Index nach vom Jahre 1725 datiren soll, hat er sichdoch aller Wahrscheinlichkeit nach schon lange vorher etwa 1718 oder1719 bei Lebzeiten seines Vaters Adam Georg mit Fräulein SidoniaChristiane von Boineburg aus dem Hause Laudenbach, DanielReinhardts von Boyneburg und seiner Gemahlin Brigitta, gebore-nen von Boyneburg Tochter, vermählt, denn die Tochter aus dieserEhe Christiana Louise Maria v. Lengefeld, geb. von Wangen-heim, war nach einer Notiz zu Brüheim am 3. Juli 1720 geboren, undes steht danach fest, dass Adam Melchior Johann Walrab, der ein-zige Sohn aus jener Ehe, jünger als seine Schwester war.

Der Vater Adam Georg hatte dem Sohne Adam Melchior beiseiner Verheirathung den Edelhof zu Brüheim (das olim Scharffen-stein'sche Gut) zum Wohnsitze angewiesen., und derselbe blieb auchnach dem Tode des Vaters und bei der später nach dem Tode des jungverstorbenen Bruders Dietrich Levin vorgenommenen Theilung mit sei-nem Bruder Georg Friedrich im Besitze dieses Gehöftes, welchesfortan der Stammsitz der I. Branche dieser II. Linie des I. Viertels wurde,und dessen häusliche Einrichtung wohl grossentheils von Adam Mel-chior und seinem Sohne Adam Melchior Johann Walrab stammt.

Hinsichtlich der Revenuen aus den Stammgütern des ersten Viertels,deren eine Hälfte mit dem Schieferschlosse zu Sonneborn Adam Ge-org besessen hatte, setzten aber die beiden, in grosser Einigkeit mit ein-ander lebenden Brüder Adam Melchior und Georg Friedrich dieGemeinschaftlichkeit fort, und theilten sich so darein, dass jeder Bruderdie Hälfte genoss. Von Adam Melchiors Kriegszügen unter PrinzEugen in Italien hat sich noch mancherlei Sage erhalten, besonders aberspielt darin eine Haupt-Rolle die Treue und Klugheit eines Hühnerhunds,welcher beim Ueberschiffen der Truppen über den Po am linken Ufer zu-rückgelassen, seinem Herrn Adam Melchior nicht folgen konnte, aberohne Weiteres in unglaublich kurzer Zeit nach Sonneborn zurücklief,und sich halb verhungert auf dem Schieferschlosse wieder einfand, wäh-rend lange nachher ein Brief seines Herrn ankam, welcher den Verlustdes Hundes beim Flussübergange bedauerte. Die Sage vom Citronen-männchen in Gössel gehört auch hierher, welches als Soldat unterAdam Melchior mit in Italien war, und dort, weil er gegen einen Ar-meebefehl, der den Genuss allen Obstes wegen ausgebrochener Ruhr un-ter den Truppen und namentlich das Plündern der Orangen- und Citro-nenbäume bei Todesstrafe verbot, gesündigt hatte, vom Profoss ohne Wei-teres, als in flagranti ertappt, aufgehängt wurde. Ein Kamerad, der mitihm in dem Orangen Wäldchen genascht hatte, aber nicht vom Profoss ent-deckt war, schnitt ihn sofort ab, trug ihn zu einer Quelle, und brachte