Die Stiftungen des Wangen heim'sehen Geschlechts etc. 149
Nächst dieser milden Stiftung der Spende waren es hauptsächlich diein einigen Wangenheim'schen Patronat-Kirchen neben dem Haupt-Altarbesonders dotirten Nebenaltäre und Vicarien, deren Einziehung für frucht-bringendere geistliche und milde Zwecke von Seiten der Patronen nachangenommener Kirchen-Reformation ins Auge gefasst wurde, je nachdemdiese Pfründen durch den Tod oder die Resignation ihrer Inhaber erle-digt wurden.
Zunächst war es wohl die Vicarie des dem Heiligen Andreas, demHeiligen Kreuze und der seligen Jungfrau Ursula gewidmeten Altars inder Kirche St. Petri et Pauli zu Sonneborn, welche von dem Seniordes Stammes Winterstein relevirte und 1528 von diesem eingezogen,und zur Gründung der lateinischen Rektorschule zu Sonneborn benutztwurde, wie aus dem desfalsigen Vortrage des Seniors Friedrich desAeltern vom Montage nach Palmarum 1529 (Nro. 371 der II. Sammlung)hervorgeht. Sodann kam die zweite dem Heiligen Christoph geweihteKirche zu Tüngeda an die Reihe, welche aufgehoben und mit der Kir-che St. Annae zu Tungeda und deren Pfarre zu einem Kirchspiele ver-einigt wurde, die Einkünfte scheinen aber theils zur Verbesserung derDotation der Pfarre und Schule zn Tungeda theils zur Collektur-Rech-mmg gezogen zu sein.
Die beiden Vicarien St. Jacobi und St. Catharinae in der Kirchezu Hayna wurden nach Brückners Angabe gleichmässig zur Verbesse-rung der Einnahme der dortigen Schule und der Kirche eingezogen. Eswar aber auch noch eine dritte Vicarie zu Unserer Lieben Frauen vor-handen, deren Einkünfte in 9 Gulden und 2 Erfurter Malter Weizen jähr-lich bestanden (Re,g. 369 der IL Sammlung) welche wahrscheinlich zurVerbesserung der Pfarr-Einkünfte verwendet wurden. Die bei den Kir-chen zu Wolfsbehringen und zu Hochheim vorhandenen Vicarien,mit welchen der erste lutherische Pfarrer zu Wangenheim SylvesterHeuchelhein aus päbstlicher Zeit präbendirt war, sollten nach dessenAbsterben zur Verbesserung der beiden Pfarrdotationen zu Wolfsbeh-ringen und Hochheim verwendet werden. Von beiden scheint aberauch ein Theil zur C'ollektur-Reclmung gezogen zu sein.
Den hauptsächlichsten Grundstock für beide Collecturen gaben diebeiden bei der Kirche zu Wangenheim fundirten Vicarien ab, dereneine die Vicarie St. Nicolai vom Senior des Wintersteiner Stammeszu Lehn ging und 10 fl. 6 f 8 <A Erbzinsen aus Sonneborn, 4 Gothai-sche Malter Gerste vom Hufland aus Sonneborn sowie 6 Malter Kornund 6 Malter Gerste Gothaisch Maass vom Huflande zu Westhausenbezog; die andere aber die Vicarie B. Virginis von den Senioren bei-der Stämme zu Lehn ging und im Ganzen 15V4 Erfurter Malter = 61Gothaische Malter allerhand Getreides, 2 fl. 6 y 8 ^i, 2 Gänse, 20 Mi-