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Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
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I. Buch. Achtes Capitel.

Familien-Glieder, zu Gunsten der Armen und einzelner Kirchen, unberührtbleiben, weil uns darüber die vorliegenden Nachrichten zu fragmentarischsind.

1. Die Wangenheim'sclien Collecturen.

Wir beginnen mit der wesentlich aus dem Reformationswerke her-vorgegangenen, hinsichtlich ihres Umfangs und ihrer Wirksamkeit bei wei-tem wichtigsten Stiftung der beiden sogenannten Wangenheim'schenCollekturen, über deren Entstehungs-Geschichte wir bereits im 5. Capiteldas Nähere beigebracht haben.

Dass zu einer nicht näher zu bestimmenden Zeit, wahrscheinlich aberschon sehr früh, von Seiten des Wangenheim'schen Geschlechts zuWangenheim zu milden Zwecken eine Stiftung gemacht war, welcheim Jahre 1428 schon als ein vollständig organisirtes Institut erscheint,dessen Verwaltung der Senior der Wangenheim'schen Familie, welchesdamals Friedrich der Aeltere vom Stamme Wangenheim war, alsVormund leitete, erhellt aus der Nro. 175 der I. Sammlung abgedrucktenUrkunde, vermöge deren Dietrich Archfeld und Jutte seine ehelicheWirthin für 90 Rheinische Gulden der Spende einen jährlichen wieder-käufiichen Zins von 8 Gulden, welche gleich einer Mark Silbers sind(der Rheinische Gulden war also gleich 2 ! /2 Gulden des spätem Conven-tions-Fusses oder 1 ^ 16 ggr. Conv. Münze werth), auf 2 3 /,j Hufen Lan-des verschreibt, welche er von denen v. Wangenheim zu Lehn trug.

Ob und in welchem Zusammenhange diese Spende mit der Kalands-Gesellschaft und der St. Sebastians-Brüderschaft stand, welchen wir nachden Urkunden von 1467 (Kro. 221 und 223 der I. Sammlung) in Wan-genheim begegnen, haben wir nicht ermitteln können, halten es abernicht für unwahrscheinlich.

Aus den Visitations-Akten vom Jahre 1555 geht (Brückner a. a.Orte Theil III. Heft II. p. 32) hervor, dass zu dieser Zeit die Einnah-men der Wangenheimer Spende auf 4 Hufen Landes radizirt waren,und aus 14 Schock 16 Gl. an Geld und 14 Hager Malter Rocken bestan-den, wovon der Schulmeister zu Wangenheim 8 Schock und 8 MalterKorn, der dortige Flurschütz aber 2 Malter als Besoldung empfingen,mithin 6 Schock 16 Gl. und 4 Hager Malter Korn übrig blieben, welchezur Anschaffung von grauem Tuche zur Bekleidung der Haus-Armen be-stimmt waren. Von diesen Spende-Einnahmen ist nun ohne Zweifel diedaraus dem Schulmeister und dem Flurschützen zu Wangenheim aus-geworfene Besoldung bei diesen Aemtern verblieben, und bleibt es zwei-felhaft, ob und wie viel von dem Ueberschusse ferner zum Collecturfondsgeschlagen, vielleicht gehören dahin die 7 Metzen Korn und 1 Metze Ha-fer, welche noch bis auf die neuste Zeit aus Wangenheim an die Win-ters teiner Oollectur entrichtet wurden.