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I. Buch. Zweites Capitel.
die Gleichheit des Holbach'schen und Wangenheim'schen Wappenseine sehr überraschende ist, wird aus den hier beigegebenen Abbildungeneiniger Holbach'scher Siegelabdriicke und des Leichensteins des Hein-rich von Holbach vom Jahre 1457 in der jetzt abgebrochenen Stifts-kirche zu Ilfeld hervorleuchten. Dieser letzterwähnte Grabstein befandsich in dem hohen Chore der ehemaligen Ilfeider Stifts-Kirche in derSeiten wand eingelassen und war stark übertüncht, so dass die Inschrifterst nach Beseitigung einer zolldicken Kalkdecke wieder hervortrat undlesbar wurde, woraus sich denn ergab, dass dieser Leichenstein, welchender Schreiber dieser Zeilen, als einem seiner Vorfahren gesetzt, ange-sehen hatte, nicht einem Wangenheim sondern einem Holbach ge-widmet war.
Möge aber diese Wappen-Gleichheit oder Aehnlichkeit lediglich aufZufall und gleicher Geschmacksrichtung beruhen, was kaum anzunehmenist, oder mögen ihr verwandschaftliche oder genossenschaftliche Verhält-nisse der Geschlechter znm Grunde liegen, welche zu erforschen bishernicht hat gelingen wollen, so steht doch für die Gegenwart soviel fest,dass allein das Wangenheim'sche Geschlecht noch übrig ist, welchesden getheilten Hunds- und Balkenschild im Wappen führt, während jeneGruppe der Vor-Harz-Geschlechter mit gleichen oder ähnlichen Wappenseit Jahrhunderten ausgestorben sind.
Bei dem Interesse, welches die hier berührte heraldische Frage hat,haben wir es nicht überflüssig gehalten, neben einer Reihe Wangen-heim'scher Siegel von 1219 bis 1412, aus zwanzig verschiedenen Sie-geln (darunter zwei in doppelten Abdrücken von verschiedenen Jahren)bestehend, auch einige von den Originalsiegeln diplomatisch genau abge-nommene Zeichnungen verschiedener Botenstein'scher, Schelfilzer,und Holbacher Siegel mitzutheilen, welche uns durch die Güte desHr. Stadtraths Dr. Schweinsberg zu Mühlhausen und des seeligenProfessors Förster mann zu Kordhausen aus den Archiven dieser bei-den alten freien Beichsstädte mitgetheilt sind, während die Abbildung desGrabsteins aus der Ilfelder Stifts-Kirche vor längerer Zeit, als dieseKirche abgebrochen werden musste, uns durch den verstorbenen Ober-landbaumeister Prael zu Göttingen besorgt ist.
Siehe die Abbildungen auf Tafel I, bis VII.