Druckschrift 
Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
423
Einzelbild herunterladen
 

79. Die materie sunder tytulus und one thema. 423

eime ungestandenen menschen, sunderliclien also dise menschen zu vil herzukeren wellent, mit einre friheit zu vil danvon halten wellent und allezit sichdarin gebent als oh es der fride und die gohe Götz si; und hie inne werdent' su swerlichen betrogen, Avenne es ist der naturen und des vigendes rot und' würcket in in ein sorglich verleiten. Mer der mensche der disen bekorungen 5enpfliehen wil und Gotte erlichen und ime selber nutzlichen leben wil, nochdiser noch geschriben lere, der sol sich mit eime geordenten ernste ussewendigund innewendig üben one alle eigenschaft uf enkeinre wisen zu blibende,emzlichen bescheidenlichen warnemende des götlichen tribendes in ime; und diewisen und der materien die in aller meist reissent ussewendig und innewendig 10zu guten werken und zu göttelicher minnen, die ensol er nüt balde abelossen,bitze daz selber abevallent. Wer noch denne das ime ein nehers gezöugetund bekant wurde, doch alle die wile das der mensche under sinen viertzigjoren ist, so ensol dekeiner innewendige noch ussewendige zii vil friden nochlidekeitew und riclisenen zu gentzlichen getruwen, wenne es ist noch denne vil 15vaste mit naturen vermüschet; und er sol sich me halten und lossen zu derwürcklicher minnen von innan und von ussen, und ouch in alles darben würck-licher minne und innewendiger rüwe, in senftmütiger demütikeit sich selber doinne zu lidende. Also es Got let vallen oder der mensche die übunge derminnen ernstlichen gesuchet hat noch sinre vermügende, so mag er deste sicher- 20lieber sich liden und darben. Und daz alle menschen den geistlichen fridenund richeit nüt balde sich darin lossen süllent und ime getruwen süllent, dasbewert sa,nt Gregorius do er sprach daz die priester in der alten e, alsfünfzig jor alt Avurdent, daz danne alre erst wurdent hüter des tempels, merdie wile das under fünfzig joren worent, do Avorent trager des tempels 25mit arbeiten der übunge. Mer von welichem alter der mensche ist, der sineninneAvendigen grünt mit ernste übet mit einre einvaltiger luterre gütlichermeinunge in geordenter demütiger blibender vorhten, ist danne das ime der-selbe underAvilent entsincket mit gebruchlicher minne und innewendigem fridenniAvende in verlorenheit und in Vergessenheit sin selbes, der enpfahet im- 30sprechenliche unbekante richeit in göttelicher vereinunge. Und zu diser Avisenund aller usseAvendiger tugentlicher ordenunge sol alle vernunftige richeit einzüdienende kneht sin, und götliche heimlicheit sol unbekant bliben; und dissprach sant Dyonisius: 'loss alle sinneliche und vernunftigen Averg und stantunbekennende uf zu der einunge mit Gotte die do ist über alle Vernunft.' Der 35sich alsus ordenlichen innewendig übete, dem wurt dicke daz inneAvendigetabernackel unbekentlichen gezöuget göttelicher einikeit inne Avonende undrüwende, mer gebruchliche und götliche schÖAvende. Dem ist nüt zu getruAvendein allen menschen vor den fünfzig joren. Wer nu dise vor und nach ge-

14. deheine S. 15. 'lidekeiter (sie)' S. riclisenen, wie Z. 22 richeit. 21. /. m.in den? 29. und f. S.