394 72. Cum appropinquaret Jhesus Jerusalem videns civitatem flevit super illam.
des müs sü ouch manige ungeordente trurikeit haben.'" Und daran sol manbekennen daz nnderscheit zwüschent den erweiten und den nüt erweiten,wanne die erweleten enkunnent keine rüwe vollekomenliclie gehan in un-geordenten dingen; wie sü doch ettewenne zümole engont in selber und zümole5 erdorret. sint und alle götteliche ding hinder sich werffent, doch hant sü einegrosse vorhte, ein stete we, ein wider raftzelen also sü zu in selber kumment^und daz tut der heiige geist; wanne also geschriben stot das der heiige geistbitte für uns mit unzellichem suflgenäe. Dise lüte kumment zu leste in rehtenruwen und das sü weinent umb ire itele ungeordent leben, und also werdent
10 sü zu leste behalten; aber es wurt in ettewenne gar zu lang. Und dis ist einunmessige grosse gnode von der gütekeit Gottes; dem Got des gan, der ist vilselig das er gemanet und gewarnet wurt, es si innewendig oder ussewendig;wanne es stot leider an daz dem dinge anders wil werden; man müs schierenüt leren, nüt bredigen, nüt warnen, und ist das in vil landen; do von sage
15 ich üch vor, die wile ir noch dis Götz wort hant, wanne es ist sorglich wielange, und machent es üch vil nütze. Loss daz wort kummen zu der Vernunft,do man es verston mag. Das edel wort wurt wenig verstanden; das ist desschult, es blibet in der sinnelicheit, es kummet hinin nüt. Wes schult ist daz?dovon ist daz das der weg ist bekumbert und belachet und verirret mit andern
20 bilden, also daz daz wort nüt zu sinre rehten stat mag kummen, die wegewerdent denne gerumet, die frömden genügede, die creaturlichen bilde werdentdenne uzgetriben, so enwurt die worheit nüt verstanden. Ach waz manbrediget, hüte ein worheit und morne die selbe, und also dicke eine bredige,und allewegent sol man daz selbe hören mit minnen und mit flisse, wanne
25 allewegent ist ein nuwe worheit verborgen die allewegent zu vindende ist undniemer alzümole verstanden enwurt; und sunderlingen wurt den vil die mitblossen seien dar kumment; denne wurt vil Götz wort verlorn und unver-standen von den die nüt blos noch ensint, es kummet in in die sinne undfantasie und enkunt nüt fürbasser in sine eigene stat von des hindernisses
30 wegen. Were dis hindernisse abe und werent die kouflüte uzgetriben und dertempel gerumet, so zühant so wurde es und so were es ein bettehus, ein gotz-hus, do Got inne wonen solte; es were alzühant ein hus des gebettes. — Welesnu daz gebet si und daz betten si, dovon ist fürbas zu sagende. Das wir alsusuztribent und die kouflüte gelossent, das unser hus Gotte geneme werde, das
35 helfe uns Got. Amen.
6. wider nagen Dr. 8. suchende; am Band: 'Durchgestrichen und korrig.: süftzende' S.15. hinter hant schiebt der Druck ein: dz ir euch nit saument. 19. helegt Dr. 28. noch
steht vor nüt Dr. 34. das (vor helfe) so.