392 72. Cum appropinquaret Jhesua Jerusalem videns oivitatem flevit super illam.
einen stein uf dem andern nit lossen. So die zit kummet ire visitacien, alsesü Got visitieren sol, wenne sü sterben süllent, so kummet der vig'ent undumbgriffet sü mit der gruben des leitlichen verzwifelndes, und welen weg süwenent fliehen, so vallent sü ie in und enkunnent einen einigen gedang von.5 Gotte mit gedencken. Und daz enist kein wunder, Got enwaz nie in in, unduf den enhant sü nit gebuwen, gegruntvestent noch nüt geahtet, wanne irensinnelichen zitlichen genügen. Und also der grünt, daz fundament vellet, sovellet ouch der fride der daruf gebuwen waz. Ach so wurt ein solichunlidelicli ewig iemerwerende unfride.,. von dem alle menschen erbiben süllent,
10 nüt alleine weinen, sunder dorren und alzümole uz ime selber kummen, undmöhtent sü blutende trehen herüber weinen. Es enwaz nüt one grosse sachedaz Cristus weinde, wan es waz und ist alzümole zu weinende und zu klagendedaz sü nu nüt bekennent als Cristus sprach: 'bekantest du, du weinefest.' Achwelich genügde, welichen fridenl Also stot geschriben in dem buche der
15 heimlicheit: 'alle die weit get umbe mit sinnelicher genügede und mit gelüstedes lichams oder mit hochfart des lebens; wie Got hernoch rihten sol, wolteGot und bekantent ir das, disen gruwelichen dag des Urteils, dis unfriden doniemer fride noch in get.' Dis vernement nüt als min wort, sunder sant Gre-gorius wort in der omelien. — Nu unser herre ging f ürbasser in den tempel und
20 slüg us alle die do verkouf teilt und kouftent, und sprach: 'min hus sol sin einhus des gebettes und ir hant es gemäht zu einre mortgrüben.' Ein morthus,ein hule der mördere. Merckent, vil liben kindere, weles ist dirre tempel deralsus ein mortgrübe ist worden! Das ist die sele und der lichame desmenschen, die ist eigenlicher ein tempel Gottes wanne alle die tempel die ie
25 gezimbert wurdent, wan sant Paulus sprach: 'der tempel Gottes ist heilig, dazsint ir.' Wenne unser herre in disen tempel wil gon, so ist ein morthusworden darus und ein koufhus. Was ist kouffen und verkouff en ? Die lüte gentkörn umb win des sü nüt enhant, und also wurt ein kouf darus. Wer sintaber dise kouflüte? Daz sint die die do gebellt daz sü habent, umb daz des
30 sü nüt enhabent, Der mensche enhat kein ding eigenre wan sinen frien müt-willen, mit dem kouffent sü zitlicher dinge genügede, weler hande kunne dassi, darumb gebent sü iren eigen willen, so süchent sü lust an spisen, ankleidern, die müssent vereinet sin, kleinöter, behagunge irs selbes und der lüte,wo sü mügent; 'entruwent, wir müssent zu leste ouch einen gespuntzen haben,
35 ey herre, es enschat nützit, es ist ein geistliche minne, wir müssent unsergetzen, wir müssent kurtzewile han, wir enwellent es nit enbern.' Nu wissestuf mich, du tust einen solichen kouf, alle die wile du dinen frien willenharumbe gist und in diseme stost, das dir die wile Got iemer frömde und verresolt sin. — Sant Bernhart sprach: 'götlicher trost sol sin also zart das er in
40 keine wise gestot do man andern trost enphohet,' 'Eya herre, wir sint geist-
8. auch der frid Dr., ouch sü d. fr. S. 13. weintest Dr., weinest S.