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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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387
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71. Revela domino viam tuam et spera in eo et ipse faciet et educet. 387

üch geschriben ist: des bitte ich ücli in Gotte, das ir das zu allen ziten haltentund haltent üch abgescheidenlich von allen menschen, und sunderlich haltentüch aller der lidig- die das nüt enmeinent noch ensüchent das ir begerent zemeinende, si sin wie oder wel si sint: mit den ensüllent ir niit vil redendeshaben denne gütlichen ja und nein. Wirt das geandet, das lont sin, si en- 5wölten üch denne vo\[196"]gen zu Gotte. Und ich bitte üch und rate üch dasir nieman uswert heimlichen zu üch enlossent gon von denen der grünt ir nütenbekennent, und haltent üch aller menschen lidig, ob ir nüt verirret enwellentwerden. Ir hant so vil gehört und so vil geschriben in dem üch wol genügenmag. Blibent bi üch selber und enkerent üch nüt an die die von hohen 10Worten sint. Blibent bi üwerm innewendigen menschen.

Denne get der vers fürbas: 'et Judicium tuum tamquam meridiem,und din urteil sol sin als der mittag'. Weles ist din urteil das alsus verIderetsoll werden? Das ist das du dich verurteilest.

Paulus sprichet: 'verurteilen wir uns selber, so enwerden wir nüt ver- 15

urteilt\__Wel mensche recht dar in sehe wie hoch und wie edel und luter er

was in siner ungeschaffenheit unde wie snöde und wie ungelich er dem nu istin siner geschaffenheit, er müste sich selber wol verurteilen und in als grosbekentnisse siner kleinheit komen: mochte er ze nichte werden, das würde ergerne; wan ein unbegriffelicli urteil stet uf in dem bekentnisse. Als der 20mensche in dem un messigen urteil stet, so wirt sin urteil als der mittag.

Das ist alsus: ze sumer an dem mitten tag, so die sunne als heisschinet, und würde si nüt getempert mit den wölken, si verbrande krutund gras.

Recht also tut unser herre mit disen lüten: er müs mit siner gnade die 25er den menschen lot inblicken, temperieren das grüweliche verurteilen und ver-nichten: der mensche enmöcht es [197 r ] anders nüt erliefen mit nute.

Disem etwas gelich geschach einem menschen, der wart in als grossehitze gezogen in klorheit, das in duchte, er müste al ze mole verburnen, undin duchte des gantz, er müste zu einem luteren nichte werden; aber das müste 30unser herre temperien in dem menschen.

Nu spricht fürbas der vers: 'Subditus esto domino et ora eum,underwirf dich unserm herren und anbette in'. Von disem gebette süllent irverston in underwürffe, das sol innewendeklich mit einem vernünftigen inner-lichen fürwürflichem angesichte sin des geistes, also das der mensche mit allem 35sinem gebresten und sines nichtes sich setze und ander lege under die porteder grossen erwirdikeit Götz, do Got us smilzet in barmherzikeit, und och uf

7. denen; en v. j. H.{?) übergeschr. E. 8. üch f. E. habent euch durch got ledigaller menschen, ob ir Bruch. 19. vor mochte gestr.: das E. 31. temperien so E.

34- versteen einen vnderwurfl' Druck.

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