71. Revela domino viam tuam et spera in eo et ipse faeiet et educet. 385
Als der mensche denne an sin gemach kumet, so sol er denne disenvers her für sich nemen: 'Bevela domino viam tuam et spera in eo, etipse faeiet', und denne: 'offen unserm herren dinen weg; hoffe in in und ersols tun'.
Was ist nu das, das du unserm herren dinen weg offenen solt, dem alle 5ding offen sint und bekant? Das ist das du dir selber dinen weg solt offenenund bekennen was din weg ist.
In dem ersten zu gange das ist ein angesicht und ein wor tief be-kennen diner gebresten. Dis ist aller userweiten fründe Götz erster zu gang.Und die gebresten, weler künne die sint, die sol man Gotte minnekliche 10klagen, und vor weler künne gnade oder tilgende oder wes du begerest, alsdinem einigen aller liebsten fründe offenen und fürbringen unde alle dinewerrunge ime do klagen und dine gebresten, und du solt ime sicher getrüwen.'Et ipse faeiet, und er sols sicherlich tun.' Glöb alleine ime! Weren zweimenschen die unsern herren beten, und der eine der bete eines grossen dinges 15das unmügelich schine, und getrüwete des gentzlichen unserm herren, und derander mensche bete umbe ein klein snöd ding und envoltrüwete nüt als gentz-lichen: diser der umbe dise unmügeliche sache bete, der solte vil und verre eerhört werden von sinem grossen getrüwende wan der ander mit siner kleinensache. Dem glöibigen, sprichet Christus, sint alle ding mügelich. Qlo-[195 r J 20bent, das ist: getrüwent Gotte. Er sols Averlich tun; Got und der propheteenliegent nüt. Getrüwe im: als in nieman ze vil enmag geminnen, also enmagim och nieman ze vil getrüwen. Was du mir oder deheinem lerer oder gutemfründe woltest sagen oder klagen, das klag alles ime, und opherent im! 'Etipse faeiet': er tut es hundert tusent werbe lieber wan du es gerne nemest. 25Er git vil tusent werbe gerner wan der mensche gerne neme. Woltest dusünde vertilgget hau und genade haben, getrÜAve all eine in einer rechtentrüwe, nüt in einem verkerten lebende wellendes.
Hie werden! die fügende gewunnen und die untilgende verlorn. Weres nu als der mensche sich alsus inkert und von unserm herren nüt sunder- 30liches für in hat, so neme er in Götz namen für sich sine gute gewonlicheübunge, weler künne das si, do er aller meist gnade zu hat, es si unsersherren leben oder liden oder wunden.
Und dis alles sol sin sunder alle eigenschaft, ob in Got inwert ziehenwelle, das er im denne alzehant volge. Zühet in nu Got in ein nähere 35inwendiger, so sol er mit den sinnen nüt gon ze vorsehende was oder wie essi, sunder er sols einvelteklich alles Gotte lossen und im bevelhen; er sols tun:hoffe echt. Und blicket dir in für ieman ze bittende, oder aber dinegebresten, trag es einvelteklich ime uf. 'Spera in eo': er sols tun.
11. vor zu streichen? vnud welche gnad Brück. 31. vor im h. Druck. 32. vorweler gestr.: das E. 35. er v. j. H. übergeschr. E.
Deutsche Texte dea Mittelalters XI. 25