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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
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383
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70. Fratres, ego vinctus in domino obsecro vos: estote jnsti in domino. 383

Hie wirt der wore wesliche fride geborn, und die tilgende do wir vorab gesprochen haben, die leitent her in. Und als der mensche in diser übungestet, so stet die natnre als arm und als [193 r J dürre: si enhat des iren nüt;so gedenket si: Got segene! war sint dine venien komen und dine guteniibunge? wes gent dise seltere müssig her ligen? Und so bette si gerne üt 5und si wiste gerne üt und si wolle gerne üt: e denne dise drü üt in irgesterbent, das wirt der naturen vil sur.

Kinder, dis enget eines tages nüt noch in kurzer zit zii, sunder manmüs sich dar in brechen und gewennen mit einem emzeklichen flisse; es müsein bi bliben haben: so wirt es ze lest licht und wunneklicli. 10

Als man liset von den heiligen: ein wening und ein kleines sint sigeqwelt, und in vil dingen sol in wol sin.

Als denne die nature ze mole verkalt ist, so sprichet S. Bernhardus dasman unserem herren die lieplichesten gütlichesten wort zu sprechen sol dieman iemer erdenken mag. 15

Ach aller liepstes einiges liep, were ich des wirdig das ich dinerliepsten fründe einer were und ich dich in miner seien mustc umbe halsen undhundert tusent werbe küssen! Ach, und mich al zemole in dich umbe griffenund dich also in mich versliessen das ich dich niemer enverlüre!

Dis sol sin us gründe des herzen gedacht und gesprochen. 20

Lieben kinder, kerent üwere herzen al zemole zii Gotte, es si inweler wise das das si; wan üt Gottes das ist Got ze mole, wo ein menschealler meist zu gereisset ist und gnaden me hat. Wissent, einen swank in dieheiligen wunden unsers herren mit minnen ist Gotte werder [103"] denne alledie orgellen und die gloggen und das hoch gesenge und die kasuggelen mit 25den schilten.

Lieber, kertent ir üch von gründe mit allem flisse in zu Gotte, soviele dise bekorunge ab do ir mit verbildet sint; üwer vil bichten das viele zemole ab und das würde alles verrichtet mit innerlicher übunge, das man sichinnerlichen mit bekentnisse zu Gotte mit dem gebresten kerte und sich im 30schuldig gebe: da vellet als gantz ab, als man zu dem bichter kerne, das mannüt ze sagende wisti.

Das uns nu Got allen gebe im ze volgende mit iibunge der tilgende,das wir in ervolgent, des helfe uns Got. Amen.

4. gesegene S. 5. d. s. har 1. m. 8. G. e] obe S. nach denne ein zweiten denne

gestr. E. 8. enget] geschult 8. zii /'. 8. 13. erkaltet S. B'n. E. 23. einen auch S.

25. hochgesenge (1 Wort) S. 27. Lieber] Lieben kint S. in f. S. 28. vielent (vor

dise) S. 29. berihtet S. 30. innerlichen zii gotte mit E, und dann dieses erste zii gotte*« tilgen vergessen. den S. 31. viele S.