348 64. Bcati oculi qui vident que vos videtis.
sin. Den kleinen den offenbart der himelsche vatter die grossen hohen ver-borgen ding und hat si bedecket vor den grossen und den wisen.
In diser kleinheit do wirt alleine verstanden die blosse luter worheit,do das wesen der selikcit an gelit und anders niergent.5 Nu sprach unser herre: 'vil künige und propheten woltens seilen und si
ensahens mit'. Bi den propheten nemen wir die grossen swinden vernimftigengeiste, die in irre natürlicher Vernunft Stent in subtüheit und flogierent doinne. Dise ögen enwerdent nüt selig. Bi den künigen nemen wir die hei-[162 r ] ligen starken gewaltige menschen, die ir selbes gewaltig sint in werken,
10 in Worten und irre zungen und mügent würken wie si wellent: vasten, wachen,betten, und hinnan ab haltent si als es üt si, und verkleinent die andern.
Bis ensint och nüt die ögen die do sehent das si selig mache. Disealle woltent sehen und ensahen nüt. Si woltent sehen; si stünden in iremwillen. Kinder, in dem willen do inne lit der schade; wan der wille der ist
15 recht das subjectum, der understant des hindernisses. Der wille der bedecketdie ögen innewendig, ze gelicher wise als das uswendig öge das ein vel oderein decken hat, das enmag nüt gesehen. Dar umbe müs das öge sin sunderalle varwe, das es alle varwe gesehen müge. Also müs das innewendig blosund luter sin alles wellendes und unwellendes, sol es luterlichen und seliklichen
20 sehen. Der wille hat vil varwcn in den weltlichen herzen; do ist der Avillegrob und uswendig; mer in den geistlichen do hat er sine varwe; wan dermensche ist rechte als ob er drü menschen si und ist doch ein mensche. Daseine das ist der uswendig vihelich sinneliche mensche; der ander das ist dervernünftige mensche mit sinen vernünftigen kreften; der dritte mensche [16,2'']
25 das ist das gemüte, das oberste teil der seien. Dis alles ist ein mensche. Alsist och maniger künue wille in den menschen, ieklichs nach siner wise.
Kinder, der wille der müs ab, als unser herre sprach: "ich bin komennüt das ich tu minen willen, sunder mines vatter willen'. Als lange und alledie wile das du stest in dinie eigen willen, so wissest das dir diser selikeit
30 gebristet, Wan alle die gewore selikeit die gelit an rechter gelossenheit,willeloskeit; dis wirt alles geborn us dem gründe der kleimiiütikeit: do wirtder eigen wille verlorn; wan der wille ist recht als ein sul da alle un-ordenunge sich inne enthaltet: könden wir die gevellen, so vielen die murenalle dar nider. le kleiner, ie minre willen.
35 Nu süllen wir fürbas sprechen von der minne, wie die sin sülle von
allem herzen und aller sele und allen kreften, und von dem gemüte.
2. sü vor hat gestr. und si nach hat v. j. H. übergeschr. E. hat sü auch 8. 5 f. vorwolten rad.: si, dann zu wo]teil und esahen jeweilcn am ScMufs v. j. II. ein s gefügt Hj.8. nemeu] verstont 8. 10. und irre zungen /'. 8. 11. und —si] und dis ahtent sü gros 8.
12. mache E 89, mäht S. 15. das subiectum f. 8. 18. das-müge f. 8. 19. es mit Veno,v.j. II. a. E. E. 25/'. Als —menschen /'. S. 28. Als lange und] Sich S. 29/'. so —
gebristetj so müs dir gebresten dirre s S. 36. seien 8.