300 60 d. Quod scimus, loquimur, et quod vidirnus, hoc testamur.
Diser drivaltikeit der süllen wir war nemen in uns, wie wir nach dergebildet sin in der worlieit; wan man vindet dis götliche bilde eigenlichen undwerlichen und blösklich in der seien naturlich, mer doch mit also adellich alses an im selber ist.5 Nu ist unser fürgang das wir des minneklichen bildes in uns war
nemen vor allen dingen, das so minnenklichen und eigenlichen in uns ist. Vondem adel dis bildes —
— kan nieman eigenlich gesprochen, wan Got ist in disem bilde undist dis bilde selber unbiltlichen. — Von disem sprechent die meister gar vil
10 und süchent dis bilde in maniger natürlichen wisen und wesenlichen; so jelientalle meister das es eigenlichen ist in den obersten kreften, gehugnisse undverstentnisse und wille; mit den kreften sin wir eigenlichen enpfenglichen undgebr uchlichen der heiigen drivaltikeit; dis ist wor in dem aller nidersten grote,wan dis ist in der nature ein nochrede. Meister Thomas sprach daz volle-
15 komenheit dis bildes lige an der würglicheit dis bildes, an der übunge derkrefte, also an gehugnisse gegenwiirklich und würklich verstentnisse und anminnen würklich; do lat er das ligen in disem sinne. Aber nu sprechent andermeister, und daz ist unzellichen vil und verre harüber, und sprechent das eslige in dem allerinnigesten, in dem allerverborgensten tieffesten gründe der
20 seien, do sü daz in dem gründe hat Got wesentlichen und würklich und istek-lich, in dem wurket und weset Got und gebruchet sin selbes in dem, und manmöhte Got also wenig dannan abe gescheiden also von ime selber; daz ist vonsin er ewigen ordenunge, das er es also geordent hat das er sich mit ge-scheiden enmag noch wil, und do in dem gründe so hat diser grünt alles
25 das von genaden daz Got von naturen hat. Also verre sich der menschein den grünt liesse und kerte, do würt die genode geborn und anders miteigenlich in der höhsten wisen. — Hievon sprach ein heidenseher meister Pro-culus: 'alle die wile und also lange da der mensche mit den bilden die underuns sint, umbget und mangelt do mit, so ist daz mit gelouplich daz der
30 mensche in disen grünt iemer komen müge; das ist uns zümole ein ungloubedaz das in uns si; wir mügent mit gelouben das es si und ouch in uns si,sunder', sprach er, 'wiltu daz bevinden das ez si, so la alle manigvaltekeitund sich dis an mit eime verstentlichen gesihte dis ein; wiltu nu noch hoherkummen, so la das vernünftige gesihte und daz ansehen, wan die Vernunft ist
35 under dir unde wurt eins mit dem einen', und er nemmet dis eine alsus: 'eine
3. mer] und 8. 7 f. stoischen 134" und 135 r in E Lücke von 4 Bll, hier ausgefülltdurch die entsprechenden Stellen aus 8. 8 f. und ist dis bilde f. 88. 11. IG. gehugnisse:]'Cod. 89, Tcorr.: gedehtuisse'. 15. bildes au 88, b. lige an S, b. und lige au 91. der (nachüb.)] dirre 88. IG. gegeinvürteklich 88. 17. disem] dem SS. 20. daz f. Druck.
24. enwil 88. 25. zu verre:] 'Cod. 89, beigeschr.: alse'. 28. under] nider 88. 29. wandeltda mit so Druck. nüt] mitte 88, nütes 91. daz (vor uüt)J es 6'6'. 33. eime] einer 88.nu S 91, im 88. 34. das] die 88.