28. In illo tempore erat homo ex phariseis. 115
alle creaturen nüt von gespreclien kunnent. Eya lieben kinder, nüt under-windent üch zu hoher wisheit, also sant Paulus sprach, und lant die hohenpfäffen darnoch studieren und disputieren, und in der unkunst müssent sü wolmit urlöbe stammelen umb der heiligen kirchen willen, obe sü in not kerne mitketzern; aber daz si ücb verbotten. — Nu sprach Oristus hüte in dem 5ewangelio: 'das wir wissent, daz sagent wir, und daz wir sehent, das zügen wir'.Kinder, dis enweis nieman noch enhat gesehen denne Oristus nach siner götte-licher naturen, und darumb so mügent wir herzu nüt kummen dan durch dengezügen .Thesum Cristum. Er ist gewesen ein gezüg zweier wege, daz istgelich und ungelich mit sinen obersten und nidersten kreften; und wemme 10diser gezügen einer bristet, der mag zu deme edeln ende nüt kummen. Disegezüge sint rechte also zwo geswestern und louffent one underlos sament aneinen menschen; nüt das er einen weg f'ürge und de« ander« darnoch, sunder süsüllent mit einander sin, daz man sich in dem geliehen bereit vinde gegen demungelichen, und daz man sich in dem unglichen gelich gehalten kunne und 15neme in leide liep und in sur süsse. Kinder, dise gelicheit enmag nüt sin indem ussern menschen noch in der nature, aber man mag wole werden gelich.Kinder, es müs manag bitter tot uf die nature Valien ussewendig in disemeunglicheme; ouch sint wir Gotte also manigen tot schuldig, dem ieklichemeantwurtet ein wunnenklich göttelich leben, obe wir es wole warnement. 20Kinder, dise lebene und dise töde und alle ding der uns gebristet, der möhtenwir ervolgen mit innigem gebette des geistes, und das dicke und krefteklichen.Der verklerte geist der minnet und meinet gelich und ungelich in eimegelicheme gemüte; vil menschen woltent Gotte gerne volgen, also es in demgeliehen stünde, mere also es in das ungeliche vellet, so kerent sü zühant 25wider. Nu ist doch dis ungeliche vil fruchtberer, nutzer und besser wan dazgeliche, dis bringet die wesende« worheit; das geliche ist der blümen und dasungliche ist die fruht; das geliche ist ein dienst dem unglichen und get imevor, es hülfet und stereket zu der bürden des ungelichen. Aber hie inne wurtder mensche in der worheit geboren. Dis bringet die fruht nüt, dis geliche, 30also vil also es herzu dienet; nieman Avil Got in diseme minnen noch meinen,sunder er wurt rechte in diseme gehasset. Daz enist nüt das gezüge JhesuCristi, wanne er ist der slange den Moyses ufhieng in der wüstenunge, denalle die an müstent sehen die gesunt woltent werden; disen süllent wiransehen und nemen sin gezüg und volgen deme mit warem armüte unsers 35geistes und mit grundeloser gelossenheit und mit bürnender minnen, und liden
3. u. so m. 88. 4. urlop 88. 6. gescheut das bezugeilt 88. 10. gelicheit undungelicheit 88. 11. gebristet 88. 12. züsamen 88. 13. den andern 88, der ander S.
14. bereitet S8. 15. u. gar geliehen k. 88. 16. mag 88. 17. wol vonn genaden w. wesentlichgleych mit vngleych Druck. 19. ieglichen 88. 21. der m.j das m. Bruch. 27. dis]
daz 88. die wesender (r nicht ganz deutl.) S, das wesen der Bruch. 31. hiezä 88. 32. Daz]der 88. das] der 88. 33. wustunge 88. 34. au sehen mustent S8. 35. in. dem waren a. 88.
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