Druckschrift 
Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

24. Sante Peter sprach: sint. 97

24.Sante Peter sprach: sint.

Eine andere uzlegunge der egenanten sante Peters epistele leret unsalles unser tun in Got rihten und uzrüten und umbkeren und abehöwen wasGot nüt enist, glich eime ackermanne der sine böme besnidet und sin krut uz-gittet und sin ertrich umbkeret zu mertzen. 5

Sancte Peter sprach in der episteln: 'sint wise und wachent in demgebette'. Also wir nu furhant daz minnenkliche hocligezit des heiligen geistes,gegen den sol sich ein ieglich mensche noch allem sime vermügende bereitenin zu enpfohende, also, also gestern hie gesprochen wart, mit luterme Gotmeinende, und das der mensche mit dem liehte siner redelicheit durchschöwe 10alles sin tun und sin leben, obe üt do inne lebe und wone daz Got nüt ensi,und das dise bereitunge lige an den vier stücken die wir do sagetent, das wasabegescheidenheit, lidekeit, innikeit und einikeit, und wie der usser mensche solgesät und geübet sin mit naturlichen tilgenden und die niderste krefte mitsittelichen tilgenden, und wie der heilige geist danne die obersten krefte zieret 15mit göttelichen tilgenden, und wie dis mit der bescheidenheit sol als gerichtund geordenieret werden, ein iegliches in allem sime tünde, in allem simelebende, wo ime reht si, ob es alles uf Got get oder nüt, und wo es üt vindetin sime tünde daz Got nüt luterlichen meinet, das er daz berichte. Und solrechte tun also der ackerman der zu prüfende hat in dem mertzen, so er siht 20daz die sunne beginnet nahen, so behöwet er und besnidet sin böme undgittet sin krut uz und keret sin ertterich umb und grebet es mit grossemflisse; also sol der mensche mit vil grossem flisse sich selber umbegraben undsehen in sinen grünt und keren rechte den werken den grünt umbe zümoleund behöwe sin böme, daz sint sine ussern sinne und sine nidersten krefte, 25und rate sin unkrut zümole us. Er sol zu dem ersten abehöwen und uzrütenaie süben höbtsünde gruntlichen und weckerlichen, von aller hochfart inde-wendig und ussewendig, und von aller gritekeit, von aller zornekeit, hasse undnide und von unküschikeit, lust in lichamen, in hertzen, in sinnen, in allerwise, in nature, ouch in geiste, obe iergent üt klebe indewendig und usse- 30wendig, obe kein trockeit iergent sich do verberge. Dis und diseme glich daz

zu der Nummer:] 'Cod. 89 u. 91, n° 18'. zu Z. 1:] ! 1. Petr. 4, 8'. 8. den] dem 88,deine 91. iegliches 88. 11. nüt got 88. 18. s. und o. SS. 91. 22. sinen grünt 88. 91.ertrich 88. 24. m rechte:] 'Cod. SS, beigeschr.: mit'. 2G. rüte] rüre 88. e. mole a. 88.-lutea] -rüren 88. 28. g. und v. 88. zu der mit aller zorn. beginnenden Zeile der Abschr.««« zu einer Klammer, die bei der mit klerlich in den grünt (98, 7) beginnenden Zeile schliefst:]on da an stimmt 91 mit 88, ausgenommen das am Band leigeschriebene'. 28 f. nasses und»"des 88. 29. v. unkeuschem lust Druck. h. und i. 88. 30. i. der n. und ouch an

de m g. 88. so f. u. und o. 88.

Deutsche Texte des Mittelalters XI. 7