23. Estote prudentes et vigilate in orationibus. 93
und wise, obe üt si daz Got mit ensi, noch die meinunge uf in alleine mitengo, und wo man des üt vindet das Got mit enist, daz die' besclieidenheit dasrichte und regniere. Dis lieht sol berihten mit sime liebte die natürlichentilgende, sü sint demütikeit, senftmütekeit, miltekeit, barmhertzikeit, stillekeit,und diser glich das natürliche tugende sint, ebe die uz Gotte geborn sint. 5Ouch sol dis lieht lüchten in die sittelichen tilgende, also ist wisheit,gerechtikeit und stercke und messikeit; dis heissent ordenunge, die sol alle dislieht der besclieidenheit in worer luterre meinunge durchsehen und berichtenund ordenen, und in einer rehten besastikeit und in eine götteliche ordenungesetzen, also daz das in Gote und durch Got geton werde. Also der heilige ingeist danne vindet daz der mensche das sine getüt, so kummet er mit simeliebte danne und übeiiühtet daz natürliche lieht und güsset darin über-natürliche tilgende, also gelobe, hoirenunge, götteliche minne und sine genade.Und alsus wurt der mensche ein kündig mensche und ein wol edel menschein diser abegescheidenheit; aber dis müs wol durchsehen sin mit dem liebte, 15wanne yil dinges sieht dicke zu das man wenet das Got gemeinet si, und soman in den grünt kummet, so vindet man es mit also. Doch sol man sicheuch hievor warnen daz der mensche der Got luterliche meinet, in denkummet ouch ettewenne bandekeit, und ein trurikeit er habe Got nüt gemeinetund es si alles verlorn, und wurt entsast. Dis kummet underwilen von 20natürlicher swermütekeit und von dem himmel oder von dem wetter oder ouchvon dem viende; dis sol man fürkummen mit senftmütikeit. — Nu so wellentsoliche lüte dis durchbrechen rechte mit gewalte in eime gestünne und machentböse höbeter, oder soliche louffent zu den lerern und zu den Gottes frunden,und wenig kan sich ieman hie uz verrichten, und sü werdent ettewenne vil 25me verirret. So dis gros gewitter in eime ufstot, so solte der mensche rechtetun also die lüte so ein wetter kummet, regen und hagel, so fliehent sü underein tach und beitent bitz das wetter vergat; rehte also sol der mensche tuns o er daz einveltekliche in ime vindet das er nüt anders enwil noch enbegertdanne Gottes. Wenne denne dise bekorunge kummet, so sol er also werlich 30entwichen bitz er vil wol besäst wurt, und sol sich liden in gelossenheit undin lidiger gelossenheit und warte Gottes in dem getrenge. Wer Aveis wo undui welicheme daz Got kumnien welle und ime sine goben geben welle? Eininensche stände under dem tache des göttelichen willen in senftmütikeit, dasist ime hundert stunt besser danne gros bevinden in uftragende der tilgende, 35
1. alleine f. 91. 2. das es g. F. 3. rihtet vn regnieret F. 4. tügende abe.
v ist d. F. b. oder st. 91. 6. also dz i. F. 7. u. oueh m. 91. dis h.] dise h. 91.
1Qiv 88 ' 8 - lutere 8S - 9 - ordinieren 91 - 13. a. der g. 91. 18. do vor F.
ofi bant ikeit F. 23. lüte f. F. 24. und] oder 91. 25. dar vs F. gerillten 91.
f=ö. gros] wos F. 27. und] oder 91. 29. e. das n. 88. 31. b. das e. 88. 31 f. und
111 *• gelossenheit f. 88.