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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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78
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78 19. Von fünf könne gevengnisse.

urteil ander lüte, ouch so wiset es alles uzwert zu verströwunge der sinne unddes gemütes; aber das götteliche lieht, do daz in der worheit ist, daz trucketalles sich nider in den grünt, es wiset sich und duncket sich der minste, dersnödeste, der krenkeste, der blindeste; und daz ist wol recht, wan ist üt do,5 daz ist zümole Gottes; ouch es wiset als innerlich, mit usserlich, es suchet alsden indewendigen grünt darus es geborn ist, do ilet es wider in mit allerkraft; als des mensclien tun daz get innerlich noch der wurtzeln do es uz-gesprungen ist, der jaget es wieder in mit allem Hisse. Und herumb ist grosunderscheit enzwüsclient den die der geschrift lebent, und in den die alleine sü

10 lesent. Die sü lesent, die wellent gegrösset sin und geeret sin und versmohentdie die ir do lebent, die hant sü vor äffen und verkerte lüte und verflüchentund verjagent und verdampnent sü. Und die ir do lebent, die hant sich selberfür sünder und erbarment sich über die andern. Und noch ungelicher ir lebenist, noch ungelicher ist ir ende. Die einen die vindent das leben, die andern

15 den ewigen tot. Paulus der sprach: 'die geschrift tötet und der geist machetlebende'. — Das vierde gevengnisse ist süssekeit des geistes; do ane ist manigewig mensche verirret, das er dem zu verre volgete und sich daran lies un-ordenlichen und daz zu viele süchete und do ane bestirnt, wie es ein gros gutschine daran sich lossen und das mit luste zu besitzen, do behalt die nature

20 daz ire und wurt do lust genommen do man wenet Got nemen. Und daz solmen do ane prüfen, obe es Got oder nature gewesen si, obe der mensche sichvindet ungerüwig und in Unfrieden und in bandekeit, so ime die süssekeitenpfellet und enget, und enkan Gotte also gerne und also getrüwelichen nütgedienen noch nüt gesin also ob er dis hette, do sol man es bekennen; oder

25 daz daz man es nüt mit Gotte enhatte, ob er ein soliche besitzen hette viertzigjor gehebet und ime denne genomen wurde, noch denne möchte der menschegrösliche vallen; und obe man uf den obersten grot kerne der süssekeit undstunde do inne, dennoch Avil sich es Got beroten obe er in behalten welleoder nüt, und mügent verlorn werden. —■ Daz fünfte gevengnisse ist des

30 eigenen willen, das der mensche sinen willen wil haben ouch an allengütlichen dingen und an Gotte selber. Wer daz Got in dez menschen willensesse und in sinem wünsche, das er aller siner gebresten lidig werdenmöchte und alle fugende und vollekommenheit gewinnen möchte, das schine

1. uf wert F. in zv strowunge F. 2. das gemüte S, dis gemüte F. 3. der

minste f. 91. 5. innerlieh] in w't F. usserlich] vz wert F. als] alles 91, f. F. C. danvz F. 7. innerlich] allez in wert F. 8. allen Hissen F. 11. vor] vür 88' 91. u.

für v. 91 F. 12. v'dümSt F. 13. also ungelich 91. 14. das] dis F. 15. Sant P. 88.sprichet F. 15 f. m. daz lehen 91. 21. o. die n. 91. 22. in u.] zv u. F. bankeit F.so] als F. i. denne dise s. 91. 24. es] dis 88. 25. das zweite daz f. 91. ob er]

ob man Druck, oder SF. alsolliche F. hette f. 88. 26. gehebet] gewesen F. benome F.27. der süssekeit F, f. S. 28. e. lihte g. F. müge 88. 29 f. des menschen eigener w. 91.32. alle 3 sines F.