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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
77
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19. Von fünf kuune gevengnisse. 77

gevengnisse ist daz manige lüte, also sü werdent von dem ersten gevengnisseerlöset, von minnen der creaturen in den ussewendigen dingen, so vallent sü ineigene minne ir selbes. Die rainne stet so gerelit und in so grosser billiclieitin in daz daz ein wunder ist. Do enstroffet sü nieman umb, noch oucli süsicli selber, und hant so schöne mentele und so reliten schönen schin das do 5 :nüt wieder enmag sin, und kumment darzfi das die eigene minne die tut südaz ire suchen in allen dingen, iren nutz, iren lust, iren trost, ir gemach undere, und werdent also versuncken in daz ire daz sü in allen dingen, ouch anGotte, daz ir siichent und anders nüt mit nute. Ouch, waz sol man des alhievinden, also man in den grünt klimmet! Das nu grosse heilikeit schinet, was 10valsches grundes sol alhie funden werden! Ouch, wie swerliche sol do zuhelfl'ende sin do die lüte mit zartek eit der naturen und mit vernünftiger wisenin den geist kumment, wie swerlich sint die uz dem gefengnisse zu lossende!Wan also man also besessen ist mit der naturen, wer mag do gehelffen? sichernüt wol ieman denne Got. Es schinet so vil dinges notdurft, und ist die not- 15dürft so wit, so breit, und duncket man sich so kräng, so zart. Ouch geschiehtdicke, daz die ding -benummen werdent oder angestattet werdent, es si dazgemach, der frünt oder daz gut oder die tröstlichen ding, daz man Got dickelet gon mit zornigen worten, mit wereken oder mit unworheit oder mit heime-lichen dingen uz zu rüffende; und so ist der mensche nüt ein mensche, er ist 20alse ein zornig bunt oder ein reissender wolf. Dis ist ein schedeliche geveng-nisse, eigene minne. — Das dritte gevengnisse das ist das gevengnisse derVernunft. Darin vallent etteliche lüte vil swerlichen, wan als daz in demgeiste solte geborn werden, daz verderbent die lüte domitte das sü domitteflogierent in der Vernunft, es si lere, es si worheit, welicher kunne daz si, daz 25sü daz verstont und dovon kunnent geredeu und domitte üt schinen underhöhet werden, unde enbringent es weder zu wereken noch zu lebende. Ouchdie minneklichen bilde unsers herren Jesu Cristi die nement sü in vernünftiger,wisen; trügent sü die in das götteliche übernatürliche lieht, do schinent süungeliche deme: rehte also ungelicli- daz underscheit were daz ich neme von 30eime hellte das ein vadem lühten möhte, gegen der cloren sunnen, noch vilminer ist natürlich lieht bi dem göttelichen liebte. Dis underscheit dis götte-lichen liehtes daz sol man bekennen daran: das natürliche lieht daz schinetalles usvvert in hochfart, in eigene behagunge und in rüm der lüte und in

1. sü] siech 91. 4. ouch f. 91. 5. rehte 88. G. kumet F. 8. an] one 91.9. Ouch aus Och S (ebenso Z. 11 u. 27). 10. n. harte g. F. 11. alhie] al F. 17. bestattet 91,an gestat F, l. an getastet? B. 18. gem. oder fr. F. 19. w. und mit 88. 91, 19 f. heimelicheding vz rufet vn ist d. F. 20. n. als e. F. 21. 0. als e. 91. reissende F. 22. eigener 91.26. daz vor verst. f. 91. dovon] do abe F. kvune F. 30. vugeliches F. 34. uf

wert F.