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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
63
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13. Oves mee vocem meam audiunt. 63

bösen Juden. Und es ist ein sundeiiich sorglich ding und es ist der allerworesten zeichen eins under allen zeichenen, das sü mit Gotte und mit allensinen frunden niemer kein teil ensüllent haben ewiclichen, die nüt in invindent einen gunst und eine minne und gehengnisse doch zu dem minnestenzu allem dem das gut und götlich ist; wan Cristus sprach: 'wer mit mir nit 5enist, der ist wider mich'. Und herwiderumb so begont die als die guten JudenGottes, die in in vindent unberoten eine minne und einen gunst, ein neigen zuallem gute, daz ist iemer ein aller worest zeichen das daz gut in irme gründeist und des wesenlichen gutes ewiclichen gebrachen süllent. — Mer die des nütensint, zu den sprach er: 'ir ensint von minen schoffen mit, wan mine schof die 10höreirt mine stimme', daz ist dise stimme. Warumb heisset unser herre sinefrünt also manig werbe alles schoffe? Daz ist durch zwei ding die die schofan in hant, die unser herre alzümole und sunderlichen minnet, daz ist unschultund senftmütikeit. Die luterkeit, die unschult die mähte volgen dem lambenoch also war es gat, die senftmütikeit die ist Gotte nach, die liörent Gottes 15stimme, des der ungestüme und zornige mensche niemer gehört; wenne derwint stürmet und die venster und die türen klapperent, do enkan man nütwol gehören. Solt du daz vetterliche verborgene heimliche wort in dir hörendaz in dem heiligen gerüne dem innersten der seien wirrt gesprochen, so mosin dir und uz dir alle ungestümekeit darnider ligen, und solt ein senftmütig 20scheffelin sin und gesetzet und gelossen und begeben din stürmen und losen zudiser minnenclichen stimmen mit stiller senftmütikeit. Dis ist allen denverborgen die nit schoffe ensint. — Mer zu sinen schoffen sprach er also manhinnaht las in den letzen: 'ich wil dir geben ein begerlich erterich und einverklert erbe und die übunge der heidenen, und du solt mich vatter heissen 25und ensolt nüt ufhören noch mir in zu gonde'. Weliche ist nu dis begerlichertrich das er sinen fründen und sinen lieben schoffen gelobete? Das ist dasertlich irs lichames, die von naturen widerspenig was, das die also begerlichwurt und also undertenig wie sü wellent und war sü in haben wellent, darzüwurt er bereit und hat grosse wunne und gelust do inne; daz vor dürre waz, 30daz wurt nu also ein wol gedöwet ertrich das weich ist, daz man mag segenund egen; also wurt diser luter lichame begirlich zu allem gute. — Welich istdenne nu das verklerte erbe? enist anders nüt denne unser herre JhesusCristus, der ist das verklerte erbe, wanne er ist ein erbe sins vatters und wirsint sin miterben, also sant Paulus sprach. Der sun het von dem vatter 35genomen alles daz er ist und het und vermag, der vatter het ime alle dinggegeben in sine hant, dis trüg der sun dem vatter also gruntlichen wider ufin allen den wisen und in allen dem also ers von dem vatter enpfangen het,das er ime ein hör nüt vor enhaltet noch sich annam, denne allein suchet er

14. zu mähte] 'Corrig.: machet' [88]. 24. den] undeutlich 8; der? 27. erbe S.28. die S, der Bruch. die 8, er Bruch. 35. ein S, sin Bruch; vgl, Böm. 8,17.