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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
55
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11. Si quis sitit. I 55

ein got sint, und fürbaz von aller worlieit. Es enverstet nieman bas warunderscheit dan die die geratent in einikeit; dis heisset und ist eine unsprechen-Hclie vinsternisse, und ist doch das wesenliche lieht und ist unde heisset einunbegriffenliche wilde wüste, do nieman vindet weg noch wise, wan es istüber alle wise. Das vinsternisse sol man also verstan. Es ist ein lieht do 5enkein geschaffen verstentnisse zügelangen noch verston enmag von naturen,und ist darumb wilde wanne es enkeinen zügang enhat; in dis wurt dergeist gefüret über sich selber und über al sin begriffen und verstan. Do wurtder burne getruncken uz sime eigenen gründe, uz der waren wesenlichenquellen; o do ist er so süsse und so frisch und so luter, als alle burnen aller iosüsseste sint in irme Ursprünge luter und frisch, mer in den Aussen sint süwarm und sur. 0 wie ein luter wunneklich burne wurt ir hie geschencket uzder quellen! Herin versincket sü zümole mittenander mit allem dem daz süist und vermag, und mit vollem munde wolte sü gerne trinken, aber dis enmagir nüt hie geschehen. Aber sü sinckent und entsinckent in den grünt, rehte 15also ein wasser daz uf eime ertlich gestünde und insincket in daz ertrich.Wanne nu der mensche, alse er herkummen ist, und wolte noch den niderstenkreften müssig ligen und nüt tun dan lassen die nidersten krefte ligen sloffen,so enwurt nüt drus; die nidersten krefte sol man halten noch ir wise, oder , rder heiige geist ginge zümole enweg, und do wurde geborn geistliche hochfart 20/ ;und ungeordente friheit und vellet in die vernünftige bevellikeit und enwurdenüt drus und verblibe alzümole; sunder mit grosser demütikeit sol man sichlegen under den göttelichen willen, und der heischet dan in dem menschengrosser abegescheidenheit dan ie,/ aber ie in einer edelicher wisen vil edellichdan ie oder ie, und merre luterkeit, blosheit, unverbildete friheit und einikeit 25und innerliche und usserliche swigen und tieffer demütikeit und alle fügendein den nidersten kreften, und do wurt danne der mensche Gotte heimelich undwurt ein göttelich mensche darus. — Sehent ir nu, wie und waz? hant ir dtgeprüfet, wie wunderliche wege er sü gefüret het und sin spil hie gewisetist? Zu dem ersten, do sü das sine in sich nam in irre krefte, wie es 30ir entwaste, und dez sinen entkunde sü in ir nüt enthalten, sü enwurde /entsast und enordent und vertrungen; aber nu fürt er sü alhie und hat sügeholt über sich selber und über alle ir krefte in sich selber, und git ir alhie jsich selber ungelich dem ersten, und hie wurt sü wunnenklich geordent. Disist rechte das die brut sprach in der minne buche: 'introduxit me rex in 35cellarium', der künig het mich ingefüret oder ingeleitet in sinen winkelre,

N

1 f. b. einen woren u. 91. 5. Das] dise 88, die 91. 10. u. onch s. 1. 91. 12. wie]weler 91. 15. I. sincket und entsincket? 17. im Druck Wült statt Wanne; und wolte fehlt.20. g. der g. 91. 21. b. der Vernunft u. 91. 24. aber] ab 91. 2G. und vor inn. f. 91.

31. 1. entwuste 'entwischte'? B., entwuchß Druck. 32. entordinieret 91. 34. geordinieret 91.35/". zu introduxit —cellarium] 'fehlt in Cod. 88'.