Druckschrift 
Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32 7. Simile est regnum celorura.

fruhte solte komen, daz ist ein göttelich leben, so liest du die natureverderbet. Harnach so heftet man und sticket die reben, man büget die rebenvon obenan nider und sticket sh mit stareken stecken domit ufgehaltenwerdent. Dobi mag man nemen daz süsse heilige leben und heilige bilde und

5 daz liden unsers herren Jhesu Cristi, der alles des guten menschen enthaltsülle sin, und daz der mensche wider gebouget sol werden, sin oberstes nider,in dem insinkende in warre underworffener demütikeit, in den grünt, inCristum, in der worheit, mit mit gelosen, sunder von gründe. Och wan alledise krefte, innewendig und ussewendig, sinnelich und begirlich und vernünftige

10 krefte, so die alzümole werdent gegürtet ein iegeliche uf ir stat, daz noch diesinne noch der wille noch enkein kraft fri werde, dan gebunden und ufgegürtetston in rehter ordenunge under dem göttelichen willen, daz Got ewiclichgewellet hat in sime ewiclichen willen. Darnoch undergrebet man die stockeund ruret daz unkrut uz; rehte also sol der mensche sich undergraben mit

15 tieffem gemercke sins grundes, ob noch üt do si, daz er daz usrüre, umbe dazdie götteliche sunne desto unmittellicher dem gründe müge genehen undschinen, und lest du die oberste kraft do würcken, so zühet die sunne diefühtekeit herus in die lebende kraft die in dem holtze verborgen lag, und dietrübel die gont vil schöne herfür. Och kinder, der sinen winstog alsus bereite

20 daz die götteliche sunne drin gewürken und geschinen möhte, welich edeledüre fruht solte Got uz dem menschen ziehen! Danne schulet die sunne undwürcket in die trübel und tut minneklichen blügen. Och die blümen sintvon so gutem edelme gesmacke daz alle vergiftnisse der smag zumolevertribet, noch krotte noch slange enmag den smag nüt erliden. 0 kinder,

25 kinder, do die götteliche sunne disen grünt unmittellichen berürt, och, in allerder frucht die dan uz gezogen wurt, indewendig und ussewendig, o die get soluterliche uf Got und hinget so wunneclichen in eime lutern gotmeinende, dazin der worheit so wunderlichen edellichen roch git daz von not alle ver-giftnisse des alten slangen fliehen mus. Ja in der worheit, hettent alle die

so tüfele gesworn die in der helle sint, und alle die menschen die in ertliche sint, enkundent dem luter gotminnenden menschen nüt geschaden; ie nie sichdes beflissent ime zu schadende, so in ie tiell'er und höher erhübent, so er

1. ein /'. 88. 2. v. und verswendet. H. 91. 3. stecken] rame F. ufent-

lialten 88. 4. D. man n. mag F. und bilde f. 88. 6. oberste nider wert F.

7. worer 88. 8. Ouch 88. 8 f. von a. die k. F. 9. die 88. u. ouch v. 91. 11. n.

in enkeine kr. fr. in w. F. 12. dem 8, den F. 13. ewigen 91. D. so u. 91. 14. rürt

dis F. 17. geschinen F. du f. F. 19. Ouch 88. 21. D. so seh. 91. 22. Ouch

88 F. 23. edelen rovehe F. smag] roveh F, ebenso 24. 24. 0] Ovch F. 24 f. das

«weite kinder f. 91. 25. ouch SF. 2C. o] Ovch F. 27. luter F. 28. w. und so gare. 91. get, dasu am Bande von jüngerer Hand: do von F. 29. w. und h. des a. 91.

30. u. ouch a. 91. 31. got meinenden F. 31 f. ie si sich des me b. F. 32. erhöben F.