erblickte bald den Ort, wo der Staub Dessen ruhte, der durch seinenEhrgeiz die europäische Welt aus den Angeln gehoben, durch seinenRuhm die Erde in Erstaunen, durch seine Macht in Furcht gesetzt hatte.Der Prinz von Johnville entblößte sein Haupt, der Abbé Coquereaukniete am Fuß einer Expresse nieder und betete. Alles war in tiefesSchweigen versunken, gab sich Betrachtungen über die Vergänglichkeitirdischer Größe hinAn die Stelle edler Trauer trat aber ein an Entrüstung grenzendesbitteres Gefühl, als die Franzosen Longwood, die letzte irdische Wohn-stätte ihres ehemaligen Kaisers, besuchten. Alles befand sich in demkläglichsten und schmuzigsten Zustande, überall erblickte man Ställe undSchoppen für das Vieh. Man sah den Engländern, welche die Fran-zosen begleiteten, ihre Verlegenheit, ihre Beschämung an. Der Prinz,als er das erste Gemach betrat, entblößte wie am Grabe das Haupt,und die englischen Offiziere folgten nothgedrungen seinem Beispiele.Dieses Zimmer lag zwar nicht in Trümmern, aber es hatte nur dievier kahlen Wände und bezeugte die gänzliche Misachtung und Ver-lassenheit dieser geweihten Stätte. Man hätte glauben sollen, daß we-nigstens das Gemach, in welchem Napoleon seinen unsterblichen Geistaushauchte, wenn nicht Gegenstand der Sorgfalt, doch wenigstens derSchonung gewesen sein würde. Welche Täuschung! eine schmuzige
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Die Todtenfeier des Kaisers Napoleon : [I. von Frankreich]
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