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Die Todtenfeier des Kaisers Napoleon : [I. von Frankreich]
Entstehung
Seite
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Wind und zwei Tage später erblickte man das Ziel der Fahrt, das Fel-seneiland, auf welchem der Kaiser nach fünf langen Leidensjahren seinenhohen, vom Schicksale ungebeugten Geist aufgegeben. Mit Freuden ge-wahrten die Reisenden auf einem der vor Anker liegenden Schiffe diefranzösische Flagge. Der Prinz von Johnville befragte das Schiff durchSignale. Es war die französische Brigg Orestes, commandirt von demCorvettencapitain Doret. Sie hatte Cherbourg am 29. Juli verlassenund brachte Briefe mit. Doret hatte zu den Offizieren gehört, welcheim Jahre 1815 den kühnen Versuch wagen wollten, Napoleon mittendurch die englischen Kreuzer nach den Vereinigten Staaten überzuschiffen.Dafür war er, als des Vergehens schuldig, „die Fahnen verlassen zuhaben, um die Flucht des Usurpators zu begünstigen“, aus den franzö-sischen Marinelisten gestrichen worden. Die Julirevolution brachteauch ihm wieder eine Anstellung in der französischen Flotte. Es warnur natürlich, daß der Prinz von Johnville einem solchen Manne dieerbetene Erlaubniß, der Ausgrabung der irdischen Überreste des Kaisersbeizuwohnen, unverzüglich gewährte.Die üblichen Begrüßungssalven wurden gegeben und alsbald er-schien am Bord der Fregatte der britische Lieutenant Middlemore inBegleitung anderer Offiziere und des französischen Consularagenten, umdem Sohne des Königs der Franzosen im Namen des Generals Middle-more, Gouverneurs der Insel St. Helena, seine Ehrfurcht zu bezeigenund Letzteren zu entschuldigen, daß er, abgehalten durch schweres Un-wohlsein, nicht persönlich erscheine. Der königliche Commissair de Ro-han=Chabot und Las Cases stiegen zuerst an das Land. Dem Letzterenwar zu Muthe, als erwache er aus einem langen Schlafe, so unverän-dert fand er Alles nach vierundzwanzigjähriger Abwesenheit, denn imDecember 1816 schon hatte er mit seinem Vater auf Befehl desargwöhnischen Gouverneurs Sir Hudson Lowe St. Helena verlassenmüssen.Am folgenden Tage, den 9. October, stieg auch der Prinz vonJoinville an das Land und verfügte sich nach Plantation=House, derWohnung des Gouverneurs, diesem seinen Besuch abzustatten. Unmit-telbar darauf trat der Prinz den Weg zu Napoleon's Grabe an und