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Abendmahlsbüchlein für evangelische Communicanten
Entstehung
Seite
49
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49was jede Sünde vor Dir ist; ich weiß es ausDeinem Gesetze, ich weiß es noch vielmehr aus demLeiden und Sterben Deines lieben Sohnes, in wel-chem Du sie gerichtet hast, und den sie in solcheQual und unter solchen Fluch gebracht.Und wie ich ganz der Sünde sterben möchte,so auch möchte ich ganz der Gerechtigkeit leben, nichtnur so weit Menschenaugen sehen, sondern auch,wo nur Dein Auge mich sieht; nicht nur nach etli-chen Deiner Gebote, sondern nach allen. Ich willkein für Fleisch und Blut bequemes Christenthumsuchen; auch wo mir's noch schwer wird, auch woes gilt zu verleugnen, ein ärgerliches Glied mitSchmerzen hinwegzuthun, will ich meine Natur nichtfragen, sondern nur fragen: Herr, was willst Du,daß ich thun soll?O, daß mein Leben Deine Rechte mit ganzemErnste hielte! O, daß ich meinem Gott ganz zuGefallen lebte, meinen Heiland, der mich so theuererkauft, mit Leib und Seele preisen möchte, ganzin sein Bild verkläret würde und die Tugendendessen verkündigte, der mich berufen hat von derFinsterniß zu seinem wunderbaren Lichte! Doch,ich weiß auch, indem ich darnach mich sehne, daßder Herr das Verlangen der Elenden hört, undmein Herz ist gewiß, daß sein Ohr darauf merkt;daß es mir nicht fehlen wird an Handreichung desheiligen Geistes, der mich treulich unterweiset denWeg, den ich gehen soll, und züchtiget, zu verleug-nen alles ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste,und züchtig, gerecht und gottselig zu leben in dieserWelt; ich weiß und bin's gewiß in dem Herrn