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Abendmahlsbüchlein für evangelische Communicanten
Entstehung
Seite
48
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48Unterschied, ob die Sünde uns wider Willen an-klebt, oder ob wir mit Willen ihr dienen; ein großerUnterschied, ob wir Sünde haben und darunterleiden, oder ob wir die Sünde lieben und Gefallenan ihr haben. Und ob dieses oder jenes der Fallbei mir ſei? das iſt die Frage.Erforsche du mich auch hierüber, mein Gott,und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leitemich auf ewigem Wege! Ich weiß es, die Sünde istder Leute Verderben; ich weiß es, sie macht nichtglücklich, sondern bringt nur Elend und Qual; ichweiß es, sie ist Dir, meinem Gott, ein Greuel undDu hassest sie. Darum will ich ihr hier vor DeinemAngesicht entsagen, ihr nicht mehr zu dienen. Habich in den vergangenen Tagen meines Lebens Sün-den lieb gehabt und mit Lust an ihnen gehangenHerr, du weißt es! so soll hinfort zwischenmir und jeder Sünde die Gemeinschaft aufgehobensein. Die Menschen nehmen's vielfach so leicht mitder Sünde, wissen sie so zu entschuldigen, zu be-schönigen, und Böses gut zu nennen; laß mich, o.Herr, aber nicht nach Menschen=Urtheil, sondernnach dem Deinigen fragen. Was ein unreiner Ge-danke und eine böse Begierde vor Dir ist, dem hei-ligen und allein guten Gott, was eine leichtsin-nig verbrachte Lebensstunde, was unnütze Worteund Scherze vor Dir sind, was Geiz und Geld-liebe und Dienst der Welt in Deinen Augen ist,was alle Liebloſigkeit, Unbarmherzigkeit, Un-redlichkeit und Ungerechtigkeit, aller Neid und Haßund Groll vor Dir ist, der Du die Liebe bistdas laß mich stets vor Augen haben! Und ja,