36Du hast als mein Schöpfer, Erhalter und Er-löser an meine dankbare Liebe das vollkommensteRecht. Aber wie stehe ich da — diesem deinemGebote gegenüber? Ueber Alles sollte ich Dich lie-ben! O, wie hängt mein armes Herz noch an derCreatur; wie sind es die Menschen bald, derenGunst und Liebe ich weit mehr suche als die Deine,bald die Güter der Erde, der vergängliche Mam-mon, die Freuden und Genüsse der Welt, mit denenmein Herz sich mehr und angelegentlicher beschäftigt,als mit Dir; wie oft habe ich nicht etwa blosVater oder Mutter, Bruder oder Schwester, mehrgeliebt als Dich, sondern armselige Eitelkeiten, jaSünden Dir vorgezogen und ihnen gedient!Billig sollte das die Frage meines ganzen Lebenssein: Herr was willst Du, das ich thun soll? wasist Dein guter und wohlgefälliger Gotteswille anmir? Aber leider sind es oft ganz andere Fragen,die mich leiten: was ist dem Fleisch und Blut an-genehm? was bringt irdischen Vortheil? was Men-schenbeifall? — Und wenn mein Herz nicht völligDir gehört, wenn ich nicht in Deinem Lichtewandle, dann ist auch das Leben selbst voll Sündeund Uebertretung.Wohin gehen doch noch meine Wünsche, Nei-gungen und Begierden? Es sollte mein erstes undhöchstes Verlangen sein, Christum zu gewinnen undin Ihm erfunden zu werden; — ist das der Fall?immer der Fall? und achte ich dagegen alles fürSchaden und Koth? — Trachtet nach dem, wasdroben ist, wo Christus ist, und nicht nach dem,was auf Erden ist, sagt Gottes Wort, — und:
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