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Abendmahlsbüchlein für evangelische Communicanten
Entstehung
Seite
15
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15würde ich, wenn der Herr mich jetzt abriefe, auchzum Abendmahl des Lammes droben nicht tüchtigsein; steht es so mit mir, daß ich nicht einmal demirdischen Heiligthume des Herrn nahen darf, danntauge ich auch für's himmlische nicht. Und habeich nicht, wenn ich mich krank fühle, den Arzt amnöthigsten? oder darf etwa ein Kranker nicht zuIhm nahen? Grade das Gefühl meiner Unwürdig-keit sollte mich billig zu seinem Tische treiben unddrängen; grade die Zerstreuung und Unruhe meinesInnern sollte mich veranlassen, zu Ihm zu eilen,der mich allein stillen und meiner Seele den Friedenwiedergeben kann. Es mag Tage äußerer Unruheund Dranges geben, etwa in Kriegszeiten, auf Ge-schäftsreisen oder bei sonstigem Anlaß, wo alle Ge-danken und Seelenkräfte durch das, was um unsvorgeht, ungewöhnlich in Anspruch genommen sind;da mag's besser sein, den Sturm vorübergehen zulassen; wenn aber das gewöhnliche tägliche Lebenuns so umhertreibt und jagt, daß die Seele darübernicht zur Sammlung kommen kann, dann ist sieim weltlichen Wesen verstrickt und gefangen undhat schon Schaden genommen; dann darf es sonicht bleiben oder der Weg führt zum Verderben.Aber daß ich mich sündig erkenne, soll michnicht abhalten, denn ich weiß: mein Heiland nimmtdie Sünder an; daß ich Ihm kein reines Herz auf-weisen kann, soll mich nicht zurückschrecken, dennich weiß, daß mein Gott auch ein geängstetes undzerschlagenes Herz nicht verachtet; daß mein ganzesinneres Leben noch so schwankend oft ist und unge-wiß, bei weitem noch nicht ganz in der Liebe Christi