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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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XXVI. Kapitel.

DER STURM AUF S. MARCO. DIE VERHAFTUNGDES FRATE. DIE PEINLICHEN VERHÖRE.

Die Compagnacci hatten es zwar nicht gewagt, den Frate undseine Schar auf dem Heimwege vom Signorenplatze nach S. Marcozu überfallen. Aber aufgeschoben war nicht aufgehoben. Schondie folgende Nacht lehrte, was sie den Frateschen zugedacht hat-ten. Selbst die Söhne vornehmer Häuser schämten sich nicht,ihnen ins Gesicht zu spucken und die gemeinsten Schimpfwortezuzurufen; wo sie einen Anhänger des Propheten erblickten, über-häuften sie ihn mit Hohn und Spott und schreckten selbst vorrohen Mißhandlungen nicht zurück 1 . Da sie überdies unter Füh-rung Jakob de' Nerlis und Alfons Strozzis noch immer in Waffenstanden, so war unschwer zu erraten, worauf sie es abgesehen hat-ten. Die Piagnonen hatten daher allen Grund, auf der Hut zu seinund sich für alle Fälle zu rüsten; denn wenn der längst vorbereiteteund gefürchtete Zusammenstoß zwischen den feindlichen Parteienje zur Ausführung gelangen sollte, so war jetzt der Augenblickreif. Lukas degli Albizi, Mitglied der Frateschen Signorie derletzten Monate, gab denn auch seinen Freunden in der Nacht vomSamstag auf den Sonntag den dringlichen Rat, nicht erst zuzu-warten, bis sie von den Gegnern angegriffen würden, sonderndiesen zuvorzukommen und den Hammer zu spielen, wenn sienicht Ambos sein wollten 2 . In unbegreiflicher Verblendung hörtendie Häupter nicht auf seine Warnungen, sondern ließen den Din-gen untätig ihren Lauf. Der nächste Morgen, es war Palmsonn-tag, 8. April, verlief zwar noch ruhig. Die Gläubigen waren in dieKirchen geströmt, wo mit Rücksicht auf die Zeremonien des Ta-ges der Gottesdienst länger währte und keine Predigt stattfand.Der Frate jedoch hatte sich nicht enthalten können, eine kurzeAnsprache an seine Getreuen zu richten, Worte voll Trauer undTränen, Todesahnung und Opferbereitschaft 3 . Die Nachricht, daßer sich vermessen habe, wiederum zu predigen, brachte die Gegner