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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
509
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DIE ZU ERHÄRTENDEN SÄTZE 5og

waren nicht abzusehen. Unter keinen Umständen konnte also h <^

die Signorie ihre Genehmigung zur Probe erteilen, wenn sie einen . fiJj.

für sich ungünstigen Ausgang befürchten mußte. Die Signorie aber

gab ihre Einwilligung und gab sie gern; sie ordnete die Probe ihrer ^ -

eigenen Erklärung gemäß geradezu an 69 . So kamen die Verhand- ^ ' jv

lungen zwischen den beiden Parteien rasch in Fluß. Mehrere

Bürger eilten als Vermittler zwischen S. Marco und Heiligkreuz ge- i/)+- (fty- *-v*^*

schäftig hin und her 70 . Franz von Apulien war mit der Erklärung ^. ^ #V* -

des P. Dominikus einverstanden. Am Mittwoch, 28. März, erneu- f ^

erte er sein Angebot mit der Bemerkung, er glaube zwar, daß er 0> « ,

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verbrenne, sei aber zur Probe dennoch bereit,um dieses Volk zubefreien"; verbrenne der Gegner nicht auch, so möge man dem

Frate als wahrem Propheten Glauben schenken 71 . Am 29. Märzabends gingen auf Wunsch der Signorie beide Teile in Begleitungihrer Freunde in den Signorenpalast und ließen die Sätze, welchedurch Gottesurteil erhärtet bzw. widerlegt werden sollten, amt-lich aufzeichnen 72 . Diese Sätze 73 lauteten:

Die Kirche Gottes bedarf der Erneuerung.

Sie wird gezüchtigt

Und erneuert werden.

Auch Florenz wird gezüchtigt, dann aber gedeihen und blühen.

All das wird in unseren Tagen geschehen.

Die jüngst über unseren hochwürdigen Vater Bruder Hierony-mus verhängte Exkommunikation ist nichtig.

Wer sie nicht beobachtet, sündigt nicht."

Dominikus v. Pescia verpflichtete sich, diese Sätze nicht bloß mitVernunftgründen zu verteidigen, sondern machte sich auch ver-bindlich, im Vertrauen auf Gottes Hilfe mit dem derzeitigen Pre-diger der Minoriten in Heiligkreuz öffentlich ins Feuer zu gehen,in der Hoffnung, durch die Kraft Gottes des Erlösers, zu seinerEhre, zur Bekräftigung dieser Wahrheit und zum Heile der Seelenunversehrt und unverletzt aus dem Feuer hervorzugehen 74 .

Sein Gegner aber erklärte:

Ich Bruder Franz, Minoritenordens, erkläre mich auf Wunschund Verlangen der florentinischen Signorie bereit, mit dem Bru-der Hieronymus die Probe hinsichtlich der erwähnten Sätze, wo-von einige übernatürlichen Beweises bedürfen, zu bestehen. Mitdem Bruder Dominikus aber, mit dem ich nichts zu tun habe,ist ein anderer Bruder meines Ordens ins Feuer zu gehen erbötig,