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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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LOSSPRECHUNG VOM BANNE NEUERDINGS VERWEIGERT 455

wieder liefen gegenteilige Meldungen ein, die in Florenz so sehrverstimmten, daß man demFreunde" mit Abfall drohte. DieSignorie wurde von einem hohen römischen Herrn aufgefordert,auf ihren eigenen Vorteil bedacht zu sein und alle Hoffnung auf}Frankreich fahren zu lassen, denn aus dem italienischen Feldzuge \werde doch nichts, da ihn besonders der Kardinal S. Malo, voneinigen italienischen Mächten bestochen, hintertreibe 58 . AI« nungar der Mönch Augustin von Lucca nach Florenz kam und dieBürger der besonderen Zuneigung des Mohren versicherte, dawaren die Arrabbiaten und sogar die Frateschen des Lobes überden Herzog voll. Wenn dieser ihnen Pisa verschaffe, erklärtendie einen wie die anderen, dann solle ihnen kein Opfer zu großsein, denn ihre Sehnsucht, Pisa zu erhalten, sei so heiß, daß sie zujeder Leistung bereit seien; wer ihnen Pisa verschaffe, der könnefrei über Florenz verfügen 59 . Schon sprach man von einer Ver-ständigung der Frateschen mit Mailand. Diese versicherten jedoch,eine solche nicht nötig zu haben, da sie das Volk mit Hilfe desFrate ohnehin mühelos lenken könnten, wohin sie wollten 60 .

Da die Frateschen während der ganzen zweiten Hälfte desJahres die Signorie stellten, so blieb nichts unversucht, die Auf-hebung des Kirchenbannes in Rom zu erwirken. Die Signorenbestürmten ihren Gesandten Bracci, in diesem Sinne beim Papsteund besonders beim Kardinal von Neapel tätig zu sein. Er mögeanklopfen, mahnten sie, rufen und schreien, keine Mühe scheuenund nicht nachlassen 61 . Sie baten Caraffa auch selbst inständigum seine Vermittlung 62 . Sie boten den Kardinälen und anderenhohen Prälaten sogar, wie es hieß, eine hohe Geldsumme für dieLossprechung 83 an. Die Reformkardinäle, denen die Sache desFrate übertragen war, hatten beantragt, den Bann für zweiMonate aufzuheben, auf daß der Frate inzwischen nach Rom pil-gere oder in die Vereinigung willige. Der Papst kam dann abermit ihnen dahin überein, die von der Signorie erbetene Los-sprechung unter keinen Umständen zuzugestehen, wenn der Fratenicht zuvor den Weisungen des Heiligen Stuhls und seines Gene-rals entspreche. Savonarola, vom ferraresischen Gesandten Man-fredi hiervon in Kenntnis gesetzt 84 , gab diesem zur Antwort, er |wisse von allem und sei bereit, die Sache Gottes zu verteidigen,obschon sie einer Verteidigung nicht bedürfe. Gott sei sein Hort,und so bange er vor Sterblichen nicht. Es werde sich ja zeigen,