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DIE FLUGSCHRIFTEN
Es schien mir auch angemessen, die Väter der jungen Möncheherbeizurufen und in den Sachverhalt einzuweihen, damit sie sich,wenn etwa ihre Söhne (durch Vereinigung mit den römisch-tuszi-schen Ordensgenossen) ebenfalls der Lauheit verfallen sollten,nicht darüber beklagen könnten, sie seien zum Besten gehaltenworden. Ich erklärte ihnen, ich sei hier fremd; wollten sie, dieVäter und Brüder, ihre Zustimmung geben, so könne ich sie nichtdavon abhalten, wenn nicht, ebensowenig dazu zwingen. Wiedie Mönche selbst, so hielten jedoch auch ihre Angehörigen einesolche Vermengung für höchst verderblich und wollten nichts da-von wissen. Warum schiebt man denn nur mir allein alle Schuldzu?
In einer neuen Flugschrift „Gegendiejüngstüberihnungültig verhängte Exkommunikation" 0 legte derFrate den Gläubigen dar, daß und warum diese weder im Gewissens-bereiche noch in der Öffentlichkeit beobachtet zu werden brauche.Um der Wichtigkeit einer solchen Belehrung willen übersetztePhilipp Cioni die Schrift ins Italienische und begleitete sie miteiner Vorrede in Form eines Briefes 7 , worin er die Gegner desFrate, die Lauen, diese Nachfolger der Schriftgelehrten und Pha-risäer, als die Urheber des Bannes bezeichnete, für dessen schlecht-hinige Verbindlichkeit sie nun auch überall eintraten. Und dochhätten sie im Jahre 1478, als Sixtus IV. die Stadt um der Ermor-dung so vieler Prälaten und Ordensleute willen 8 aufs feierlichstemit Interdikt und Bann belegte, diese Kirchenstrafen damals ausMenschenfurcht auch selbst nicht beachtet und die Messe sowiedie kirchlichen Tageszeiten öffentlich abgehalten. Wenn sie sosorgfältig über der Einhaltung der kirchlichen Bestimmungenwachen, warum kümmern sie sich denn nicht auch um den aufTempelschändung gelegten päpstlichen Bann, den die Urheber desAufruhrs vom Himmelfahrtsfeste auf sich geladen haben 0 ? DerLehre der angesehensten Kanonisten gemäß, eines Peter de Pa-luda, Antonin und Johannes Gerson, ist die Meinung, als müßteman jede kirchliche Strafmaßregel ohne weiteres befolgen, ledig-lich der Ausfluß grober Unwissenheit, die an Priestern und Or-densleuten ebenso unschicklich wie schädlich, wenn auch noch soverbreitet ist. Gibt es doch Leute, welche behaupten, alle, dieS. Marco % besuchen oder mit dem Frate verkehren, seien demBanne verfallen!