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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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PETERS ANSCHLAG AUF FLORENZ MISSLINGT 407

verrichteterdinge aus dem Staube und zog sich, so rasch erkonnte, nach Siena zurück. Daß ihm seine Verwandten und An-hänger die heiß ersehnte Hilfe nicht brachten, hatte seinen gutenGrund. Bernhard del Nero konnte am Ende seiner Amtsbefugnis,von seinem arrabbiatischen Nachfolger auf Schritt und Tritt mitArgusaugen überwacht, nichts mehr wagen. Die Säulen der Me-dici aber, Jakob und Alamann Salviati, Lorenz, Johann Franzund Peter Tornabuoni, Giannozzo Pucci, Philipp Antella und vieleandere, im ganzen fünfzig Personen, waren in Schutzhaft genom-men worden. Die große Menge der Bürgerschaft, meist Fratescheund der Volksherrschaft warm ergeben, verhielt sich ruhig. Hättesie etwa für die Arrabbiaten zu den Waffen greifen und ihren ge-schworenen Widersachern die Kastanien aus dem Feuer holensollen? Oder sollte sie mit Peter gemeinsame Sache machen undder Tyrannei zu neuem Triumphe verhelfen? Daß Peter nichtsausrichten werde, wußten sie ohnehin aus dem Munde ihres Pro-pheten. Auf die Kunde vom Herannahen des Medici von Hierony-mus Benivieni um Rat und Hilfe gebeten, sah er lächelnd ausdem Buche auf, in das er vertieft war, und sprach:Kleingläubi-ger, warum hast du gezweifelt? (Vgl. Matth. 8, 26.) Wißt ihrdenn nicht, daß Gott mit euch ist? Geht, meldet den Signorenmeinerseits, daß wir zu Gott für die Stadt beten, sie mögen dahernicht bangen, denn Peter Medici wird nur bis zu den Toren ge-langen, dann aber umkehren 110 ." t/t **-»' tr- e^>_'

Und das Wort des Propheten hatte sich wiederum vollauf be- y.währt. Die schwarze Wetterwolke, die sich verderbenschwangerüber die Stadt gelagert hatte, war verschwunden. Zwar eilte nach v iwenigen Tagen Julian seinem Bruder von Bologna her zu Hilfe, 3(J~}^--~ fj S~f-es war zu spät 111 . Schon hatte Jakob Petruzzi von Siena einen / ^ r J> *jEilboten an den Kardinal Medici nach Rom mit der Meldung ge-schickt, Peter habe, vom Volke einmütig gerufen, das florentini-sche Gebiet, ja Florenz selbst bereits betreten. Der Kardinal über-brachte die Glückskunde sofort dem Papste und ließ während derNacht Freudenfeuer brennen. Als Alexander VI. dann aber^ denwirklichen Sachverhalt vernahm, äußerte er große Freude underklärte, von einem Manne wie Peter habe er nichts anderes er-wartet 112 . Dieser selbst hielt sich zunächst noch einige Tage inSiena auf, da er sich schämte, schon jetzt gleich in Rom zu er-scheinen, wo man ihn schmählich verhöhnte 113 . Als er dann die

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