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LOB DER KINDER 2Ö5
Königs Jesus Christus, daß ihr nicht spielt!" „Kinder," sagte derPrediger ein andermal 79 , „ich höre, man spielt, und ihr könnt esnicht hindern. Wenn ihr sonst nichts tun könnt, so laßt es gehenund fangt keinen Streit an! Es wird sich ja zeigen, was dies zu-letzt für ein Spiel wird."
Drangen die Kinder mit ihrem Reformeifer nun auch nichtdurch, so erregte doch der augenfällige Umschwung, der sich inihnen wie durch sie vollzogen hatte, die aufrichtige Bewunderungder Zeitgenossen. Allerdings fehlte es ihnen schon unter diesennicht an heftigen Gegnern, und noch heute gefallen sich mancheSchriftsteller 'darin, die offenbar unerträgliche Tyrannei in dendüstersten Farben zu schildern, die der Frate mit seinen Kinder-scharen entfaltet habe, und besonders die Kinderpolizei als das ffra^~iWerk einer krankhaften Überspannung, ja geradezu als „ver-rückt" zu bezeichnen 80 . Merkwürdig bleibt dabei nur, daß sichdie gleichzeitigen Florentiner, die sich vom Treiben der Kinderunmittelbar bedroht fühlen mußten, keineswegs so empört zeig-ten wie die Schriftsteller, die mehrere Jahrhunderte später jen-seit der Alpen zu Gericht saßen. Männer wie Johannes Nesi 81 ,Hieronymus Benivieni 82 , Cinozzi 83 , Burlamacchi 84 , Filipepi 85 ,Redditi 80 , Guicciardini 87 , Cerretani 88 , NardP sprachen sich inWorten wärmster Anerkennung, ja Begeisterung über sie aus.Lucas Landucci 90 pries Gott für die Gnade, daß er die kurzeheilige Zeit habe erleben dürfen, da die Kinder ihres heiligenAmtes walteten. Selbst ein strenger Richter des Frate, PeterDelphin 91 , hatte an der Tätigkeit der Kinder nichts Ernstlichesauszusetzen; Peter Parenti, ein Gegner, nahm sie ausdrücklich inSchutz 92 . Unmöglich kann ihr Gebaren also so „verrückt" gewe- f
sen sein, wie es uns neuere Historiker nicht so fast auf Grundunanfechtbarer Zeugnisse als überkommener Vorurteile einredenwollen.