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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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267
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DIE LAUEN 267

zu stiften oder Geld und Linnen für die Kirche zu spenden. MitAblaßhandel, Messen und Gesängen raffen sie Geld und wiederGeld zusammen, statt die Gläubigen anzuhalten, vor allem an dieVersorgung armer Angehörigen oder dürftiger Mädchen zu den-ken. Wie die Pharisäer und Schriftgelehrten legen sie anderenLasten auf, die sie selbst nicht tragen wollen. Wie einst die Phari-säer und Schriftgelehrten auf ihre Abstammung von Abrahampochten, so berufen sie sich auf ihre Ordensstifter, einen heiligenFranz, Augustin und Dominikus, von denen sie als entarteteSöhne doch nur verflucht werden 195 . Wie einst die Pharisäer demErlöser, so trachten sie dem Frate nach dem Leben und sind dieeigentliche Ursache des erbitterten Krieges, der wider ihn ent-brannt ist. Sie sind es, die ihn in Rom verklagen und verleumden,ihm einen baldigen Tod voraussagen und das Volk ebenso wiedie großen Herren gegen ihn aufhetzen 196 . Die Lauen haben dieKirche zugrunde gerichtet und mit ihrer Scheinheiligkeit allesverdorben, denn es gibt nichts, was der Kirche so großen Schadengebracht hätte und noch immer brächte als die Heuchelei. Undihre Sünde ist desto größer, je weniger sie darüber Reue empfin-den; im Gegenteil rühmen und brüsten sie sich noch ihrer Ver-dienste. Sündigen ist menschlich, aber mit der Sünde nochprahlen, ist teuflisch. Sie tun sich etwas zugute darauf, dieStrenge der alten Satzungen, die Einrichtungen der heiligen Väter,die Reobachtung der guten Gesetze abgeschafft und das christlicheLeben erleichtert zu haben 197 . Da sie dem Seelenheile größtenSchaden zufügen, so dürfen Laue nicht zu Reichtvätern gewähltwerden, denn sie verderben, was eifrige Prediger gut machen,wie Apotheker, die eigenmächtige Änderungen an den Verordnun-gen der Ärzte vornehmen 108 . Wucherern und Simonisten erteilensie Lossprechung, während sie Leuten, die zum Frate in diePredigt gehen, die Absolution, die Sakramente und das kirchlicheRegräbnis verweigern 199 . Da nun die Lauen im Resitze allerMacht und Gewalt sind, so führen sie den Kampf gegen den Fratemit den unbedingt tödlichen Waffen der Kirche, den Zensurenund Exkommunikationen aber auch mit den nicht wenigerschneidigen Waffen des Messers und Giftes 200 . Sie freuen sich desChristentums, obschon mit ihm innerlich zerfallen, um der kon-stantinischen Schenkung willen und sind in der Lage, einerseitslockende Pfründen und Ämter, Gewinne und Vorteile aller Art,