BARTH. SCALA 233
Im selben Sinne sprach sich Meister Dominikus Benivieni, Kano-nikus von S. Lorenz, aus 131 . Auch er legte für die politischeTätigkeit des Frate eine kräftige Lanze ein und gab auf den Vor-wurf, dieser habe die von ihm empfohlene venetianische Verfas-sung nicht recht verstanden, zur Antwort, ein solcher Einwurf seilächerlich, denn mit dieser Verfassung seien in Florenz schon dieKinder vertraut. Selbst ein ergrauter Staatsmann und Humanistwie Bartholomäus Scala, der Günstling Cosimo Medicis, seit 1466Kanzler und als solcher Vertrauensmann Lorenzos 135 (f 1497)nahm die unter dem Beistande des Ferraresen erfolgte Verfas-sungsreform in seiner 1496 zu Florenz gedruckten „Verteidi-gungsschrift wider die Schmäher der StadtFloren z 136 " kräftig in Schutz und erwiderte auf den häufigstenEinwand, ein fremder Mönch und Prediger sei der Urheber sowichtiger Gesetze, mit der berechtigten Gegenfrage, ob denn einean sich treffliche und nützliche Einrichtung deshalb an Wert ver-liere, weil sie von einem Mönche und Prediger ausging?