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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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NEUORDNUNG DER VERFASSUNG

bildeten somit tatsächlich eine ständige schwere Gefährdung allerihrer Gegner wie der inzwischen erfolgten politischen Umwälzung,weshalb sogar der Gedanke erwogen wurde, die ganze mediceischeSippe mit Stumpf und Stiel auszurotten 130 . Eben deshalb hegteman gegen den vom Frate befürworteten allgemeinen Friedenernste Bedenken. Man könne, so wurde erwidert 131 , nicht wissen,ob nicht die Leute, die jetzt etwa begnadigt würden, im Falleeines mediceischen Umschwunges Gutes mit Bösem vergälten.Auch sei ein großer Unterschied, ob man ein Kloster oder einStaatswesen zu lenken habe, und wenn auch Gott allen verzeihe,so dürfe man doch der Gerechtigkeit nicht in die Arme fallen. Dadie Frage, ob man die politischen Gegner ohne weiteres begnadigensolle, verschiedene Beantwortung fand und viele Gemüter ent-zweite, so wurde der Frate beschuldigt, er säe mit seiner PredigtZwietracht unter den Bürgern. „Aber", entgegnete er 132 , „ich pre-digte und predige ja doch immer nur Frieden und Eintracht.Willst du sie nicht, so beklage dich über dich selbst und nicht übermich! Auch Christus und die Apostel predigten stets den Frieden,und doch entstand Zwietracht unter den Gottlosen, denen daschristliche Leben zuwider war." Indes erregte doch nicht nur derVorschlag allgemeiner Begnadigung der politischen Gegner, son-dern auch die Verfassungsneuordnung selbst mancherlei Anstoßund Unzufriedenheit. Wie sie schon die Anwartschaft der Vor-nehmen auf die höchste Gewalt durchkreuzte, so enttäuschte siedie Hoffnungen weiter Volksschichten auf Teilnahme an den Ge-schäften des Staates, die noch immer das große Vorrecht derZünfte blieb. Die niederen Klassen, die den Zünften nicht ange-hörten, hatten an der Regierungsgewalt so „wenig Anteil wie dieadeligen Geschlechter, die. ehedem wenigstens noch zum Rate derGemeinde Zutritt hatten, nun aber, da dieser abgeschafft war, aufeine Stufe mit den untersten Schichten herabgedrückt wurden.Was Wunder, wenn sie, die durch ihren Reichtum, ihre hohe ge-sellschaftliche Stellung und den hieran geknüpften wenigstensmittelbaren Einfluß auf die Politik viele Mitbürger weit überrag-ten, sich mit einer Verfassung nicht zu befreunden vermochten,von welcher sie vollständig in den Hintergrund gedrängt wurden!Und was Wunder, wenn ebensowenig die niedrigen Volksklassenfür sie schwärmten, die von ihr gleichfalls als Stiefkinder behan-delt wurden 133 ! Allerdings durfte man unter solchen Umständen