i 9 8 NEUORDNUNG DER VERFASSUNG
der Bürgerschaft 21 . Dazu also hatte man seinen Kopf aufs Spielgesetzt und Peter vertrieben, daß man nun an Stelle des einenTyrannen deren zwanzig, an Stelle einer monarchischen Spitzeeine oligarchische erhielt und die Dinge nachher noch schlimmerwurden als je zuvor 22 ! Als die Seele des ganzen Anschlages galtenPeter Capponi, Tanai Nerli, Franz Valori, Lorenz Medici, Bern-hard Rucellai, G. A. Vespucci und Barth. Martelli 23 , gegen die sichdenn auch der Unmut des Volkes ganz besonders richtete 24 . ImBesitze der höchsten Gewalt, hofften sie ihre Gegner von rechtswie links im Zaume zu halten. Nur waren sie unter einander selbstnicht einig. Franz Valori und Peter Capponi standen sich als hef-tige Feinde entgegen 25 , letzterer war zugleich ein Gegner Paul AntonSoderinis, eines ebenso verständigen wie angesehenen Mannes, dersich des Vertrauens Lorenzos erfreut, aber mit Peter entzweithatte 28 . Durch Capponi aus der Zahl der Akkoppiatoren ausge-schlossen, machte sich P. A. Soderini zum Anwalt der von denAkkoppiatoren und ihren Hintermännern mit Füßen getretenenRechte des Volkes und regte die Einführung eines die ganze staats-fähige Bürgerschaft umfassenden großen, wie eines diesen in ge-wissen Fällen vertretenden kleineren Rates nach dem Muster desgroßen Rates und der Pregadi in Venedig an 27 , wo er kurz zuvorals Gesandter gewirkt hatte 28 . Solche auf eine Wiederherstellungder alten Volksherrschaft abzielenden Bestrebungen waren nunaber den Oligarchen von allem Anfang an ein Dorn im Auge.Namentlich Guid'Anton Vespucci 29 , gewandter Jurist und in Staats-geschäften erfahren wie wenige, schon unter Lorenzo und ebensounter Peter zu den wichtigsten Gesandschaften verwendet, wider-setzte sich dem Vorschlage P. A. Soderinis auf das entschiedenste 30 .Streitigkeiten im Schöße der neuen Männer waren Wasser auf dieMühle Peters und seiner Anhänger, die neue Hoffnung schöpften,wie es auch die heimgekehrten Gegner der Medici mit Befriedigungsahen, daß sich die Säulen der alten Regierung nun schon selbstin die Haare gerieten. Die Feindseligkeiten nahmen einen immerbedrohlicheren Charakter an. Man versah sich mit Waffen, auchder Palast, der Amtssitz der Signorie, füllte sich mit Bewaffneten".Der Kampf aller gegen alle schien unvermeidlich. Was aber dar-aus angesichts der pisanischen Rebellion, der Nähe Peters und desfranzösischen Heeres werden sollte, war ganz unabsehbar 32 .