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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
165
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POLIZIANS TOD i65

lungen 13 , als vielmehr um des bodenlosen Hasses willen, der denMedici bereits verfolgte und vorderhand dessen Freunde traf, daer sich auf den Machthaber selbst noch nicht offen zu entladengetraute 14 . Der rote Hut, der dem gefeierten Dichter vom Papstebereits zugesagt war 15 , erreichte ihn nicht mehr. Nicht im Purpur -gewande des Kardinals, sondern im schlichten Ordenskleide desheiligen Dominikus ward er bestattet. Unter den Mönchen vonS. Marco zählte er gute Freunde, sie umstanden sein Sterbelager;es waren Dominikus von Pescia und Robert Ubaldini, Sakristanund Chronist des Klosters. Dieser, sein ehemaliger, freilich nichtsehr gelehriger Schüler, hüllte ihn seinem letzten Wunsche gemäßins Ordensgewand und bettete ihn auf Savonarolas Befehl zurletzten Ruhe 16 .

Als Peter Medici an der Bahre des alten treuen Freundes seinesHauses stand, da mochte er ihn im stillen um sein glückliches Losbeneiden, durch seinen frühen Tod den schweren Sorgen entrücktzu sein, die ihn eben jetzt zu erdrücken drohten. Das Wort desPredigers von der nahen Sündflut gellte furchtbar in seinen Ohren.Er hatte allen Grund zur Befürchtung, von den sich unaufhaltsamheranwälzenden Wogen der französischen Sturmflut als der erstehinweggeschwemmt zu werden. Noch anfangs Oktober hatte erden französischen Gesandten, der ihn um freien Durchzug durchdas florentinische Gebiet für das französische Heer ersucht hatte,mit leeren Worten abgewiesen und den König hierdurch aufsäußerste gereizt, so daß es hieß, dieser habe geschworen, Florenzseinen Truppen zur Plünderung zu überlassen 17 . Nachrichten sol-cher Art machten im Volke bösestes Blut. Schon tauchten Flug-schriften auf und gingen von Hand zu Hand, die den König zurErlösung der Stadt vom Tyrannenjoche aufriefen 18 . Der Mohrschürte das Feuer, des Gelingens seines Racheplanes so sicher,daß er im Oktober bereits vorauszusagen wußte, binnen Monats-frist werde es in Florenz eine große Umwälzung geben 10 . Zu allemUnglücke für Peter weilten nun auch noch, wie schon erwähnt,seine beiden feindlichen Vettern Lorenz und Johann im Lagerdes Königs, mit dessen Hilfe sie ihn zu stürzen und sich selbst anseine Stelle zu setzen trachteten. Peter sah ein, seine Lage war,so wie die Dinge nun standen, hoffnungslos. Solange seine innerenFeinde an den mächtigen Waffen der äußeren einen Rückhalt be-saßen, war sein Schicksal unabwendbar besiegelt. Es gab keine