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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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i5z KARL VIII. ZUG NACH ITALIEN

zu schaffen, und so fand der Gedanke auch seinen Beifall, dieFranzosen ins Land zu rufen. Im Vereine mit dem Mohren er-munterte er den französischen König, nach Italien zu ziehen undsich zur Eroberung Neapels zu umgürten, er, der Papst, werdeihm hierbei als bester Freund zur Seite stehen 36 . Bei der Jugendund Unerfahrenheit des französischen Königs rechnete der Papstzunächst wohl nicht mit der Verwirklichung seiner Einladung,mochte vielmehr in dem Lockrufe an die Franzosen ein will-kommenes Mittel zur Bezähmung und Einschüchterung der Ara-gonesen erblicken. Ward aber daraus blutiger Ernst, so schreckteer, falls er nur auf seine Rechnung zu kommen meinte, auch da-vor nicht zurück, wie der spätere Verlauf der Dinge deutlich genugbewies. Aufs bitterste beklagte sich König Ferrante von Neapelüber die Treulosigkeit des Papstes 37 . Er war jedoch mit der Eigen-art des heiligen Vaters zu gut vertraut, um es bei bloßen Be-schwerden bewenden zu lassen, sondern versuchte es gleich denSforza mit einer Heirat, indem er dem Papstsohne Gottfried seineEnkelin Sancia zur Frau mit dem Fürstentume Squillace alsMitgift gab und dem weiteren Papstsohne Johann die Handeiner spanischen Prinzessin in Aussicht stellte 38 . Sofort war Alex-ander VI. wie umgewandelt. Er war nun nicht mehr für die Er-oberung Neapels durch Frankreich, sondern anerkannte die Recht-mäßigkeit der aragonesischen Herrschaft in Neapel, belehnte Fer-rantes Sohn mit dem neapolitanischen Reiche, ließ ihn durch denKardinal Johann Borja zum König krönen und erklärte sich zumheldenmütigen Widerstände gegen den französischen Angriff be-reit, indem er sogar sein eigenes Blut zur Rettung Ferrantes an-bot. Dem Kardinale Askanio, dem er bisher fast grenzenlosenEinfluß gestattet hatte, verwies er nunmehr die Räume des Vati-kans und leugnete sein früheres Einverständnis mit dem Mohreneinfach weg 39 . Gleichwohl wußte man am französischen Hofesehr wohl, daß vom Papste nichts zu befürchten war. Gab dieserdoch deutlich zu verstehen, daß es ihm mit seinem Proteste gegenden Zug Karls VIII. nicht allzu ernst sei. So erteilte er zwar 1493dem französischen Gesandten Perron de' Baschi, der um Beleh-nung seines Herrn mit Neapel bat, eine abschlägige Antwort, ließaber zugleich erkennen, der König möge sich von seinem Vor-haben nur nicht abbringen lassen, sondern Truppen schicken undauf seine, des Papstes, Unterstützung bauen 40 . Ebenso erklärte er