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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DAS IDEALKLOSTER 121

geschlagen hattet. Marcos drückende Fesseln zu sprengen. Am «^einfachsten war es, wenn die Brüder den verfehlten Schritt Anto-nins rückgängig machten und ihre Selbständigkeit durch völligenVerzicht auf ihr jetziges Heim zurückkauften. Savonarola faßteihn sofort ernstlich ins Auge. Im Vereine mit gleichgesinnten Ge-nossen gedachte er sich in ein n e u e s Kloster zurückzuziehen, dasmit Hilfe einiger Wohltäter auf der Höhe von Careggi unweit Flo-renz erbaut werden sollte; hier wollte er mit seinen Getreuen derursprünglichen Regel des heiligen Dominikus leben, mit Raymundvon Gapua, Konrad von Preußen und Johannes Dominici von derunerschütterlichen Überzeugung beseelt, daß nur von einer mann-haften Rückkehr zu den Forderungen des heiligen Stifters die Ret-tung des Ordens aus seinem tiefen Verfalle zu erhoffen sei. In demgewaltigen Kampfe, der um das Gelübde der Armut entbrannt war,stand er ohne Schwanken und Wanken bis zum letzten Haucheseines Lebens auf Seiten der tapferen, aber spärlichen Schar, diewie jeden Einzel- so allen Gemeinbesitz als regelwidrig verwarfund die den letzteren gestattende BulleConsiderantes" Sixtus' IV.als unzulässig erachtete. Wieder und wieder erklangen die war-nenden Worte seines Großvaters in seiner Seele:Und merke dir,daß in Dingen, die von Gott eingesetzt sind, Päpste und ihre Ver-treter nichts Gegenteiliges anordnen können. Dies sage ich fürviele, die sich mit gewissen lockeren Verordnungen entschuldigen,mit welchen sie ganz einverstanden sind, nicht aber mit den stren-gen." Erst wenn ein neues S. Marco erstand, frei von den goldenenKetten der Medici, konnte mit dem alten Geiste der alte Segen desheiligen Stifters auf seine Söhne herabschweben. Erst wenn sichdiese tatkräftig bewußt zeigten, Angehörige eines Bettelordens zusein, die nicht von ihren Gültern und Zinsen, sondern von ihrerHandarbeit und von den Almosen der Gläubigen lebten, konntensie der erhabenen Aufgabe voll gerecht werden, die dem Ordenvon seinem Gründer gestellt war. Freilich genügte aber auch dieBefreiung von den Medici noch nicht, falls es den Brüdern nichtzugleich gelang, die Bande zu lösen, die sie an die lombardischeKongregation knüpfte, da eben sie, so sehr sie den Einzelbesitzuntersagte, am Gemeinbesitze auf Grund der Bulle Sixtus' IV. aufsentschiedenste festhielt.

Das Kloster, das Savonarola zu bauen im Begriffe stand, solltegenau den Anforderungen entsprechen, die einst der heilige Domi-