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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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9 I. Kapitel.

GROSSVATER UND ENKEL.

Die Savonarola waren in Padua zu Hause und führten ihrenStammbaum auf einen Anton Savonarola zurück, der um 1250paduanischer Truppenführer war 1 . Die Stadtmauer, welche diePaduaner im 13. Jahrhundert gegen Ezzelin errichteten, hatte einSavonarola-Tor, sei es, daß sich die Familie im Kampfe wider Ezze-lin besonders ausgezeichnet hatte, sei es, daß sie in der Nähe an-sässig war 2 . Sicher ist, daß sie später dem friedlichen Gewerbeder Wollweber oblag, in dem sie es mit der Zeit zu einem gewissenWohlstande und Ansehen brachte. Der erste, der den Namen Sa-vonarola weit über den paduanischen Stadtbezirk hinaus mitGlanz und Ehre bedeckte, war Michael Savonarola, um 1385 zuPadua als Sohn des der Wollweberzunft angehörigen Johann Sa-vonarola geboren 3 . Nachdem er an der blühenden Universitätseiner Vaterstadt das X)oktorat der freien Künste und Medizin er-worben hatte, wirkte er an ihr als Professor der Heilkunde langeJahre mit bestem Erfolge 4 . Eine Menge junger Männer aus allerHerren Länder, namentlich auch aus Deutschland, saß damalszu seinen Füßen, unter ihnen Hermann Schedel, der Onkel desbekannten Nürnberger Humanisten Hartmann Schedel 5 . Sein me-dizinisches Hauptwerk, diePractica maior", ein Abriß des ge-samten medizinischen Wissens der damaligen Zeit, war wie inItalien so im Auslande, besonders auch in Deutschland, beliebtund weit verbreitet 6 . Ebenso erfreuten sich seine medizinischenSpezialschriften weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus war-mer Wertschätzung; so dieCanonica de febribus", dieSummade pulsibus", derLiber de balneis et thermis naturalibus Omni-bus Italiae sicque totius mundi", dasSpeculum phisionomiae"; dieletzteren beiden Werke wurden von Theodor Gaza 1448 sogar insGriechische übersetzt 7 . Wie als Gelehrter, so genoß Meister Mi-chael als Praktiker die höchste Anerkennung, und so kam es, daßer vom Markgrafen Nikolaus III. von Ferrara zum Leib- und

1 Schnitzer, Savonarola