auch Unverzagt genannt Balke, ging der Landmeisterdes deutschen Ordens, Herman Balke, 1229 hervor,welcher 1238, bei der Vereinigung der Schwertbrüderund deutsch Ordens=Ritter, der erste Deutschordens-meister in Lyfland wurde, und in der Landmeister-Würde folgten ihm die Westphalen: Conrad vonVietinghoff, 1404—1406 als der Sechs undzwanzigste, Bernhard von der Borg, dessenBruder Simon, Bischof von Reval war, 1477—1484als der Neun und dreißigste, Johann von Friedrichgenannt Löringhoff 1484—1495 als der Vierzigsteund Wolter von Plettenberg 1495—1535 alsder Ein und vierzigste, letzterer von Kaiser Carl V. inden Reichsfürstenstand erhoben, *) und Andere.Alle diese, sowie die vielen übrigen Würden-Träger des Ordens, ebenfalls zu großen Theil West-phalen, brachten ihre Landsleute und Verwandten indas Land oder zogen sie nach sich, darunter auchmanchen, dessen ungebändigter Sinn zu Hause nicht**Raum genug hatte*) Plettenberg war es, der 1495 den Beschluß durchsetzte,daß zur Beendigung des langwierigen Rangstreits zwischen Ober-und Niederdeutsche erstere in Preußen, letztere in Livland auf-genommen und befördert werden sollten. Dies ist die Ursache,daß man später bis zur neusten Zeit in Curland nur westphälischeFamilien ansäßig findet.**) Hier einige Beispiele, wie man im neuen Lande hauste.Goswin von Aschenberg, der als Deutschordensritter zu Grubineine Stellung gefunden hatte, lockte im Jahr 1426 sechszehnGesandte aus Dorpt und Reval, theils Domherrn, theils Pa-trizier, welche Henning Scharffenberg, Erzbischof von Reval inFolge Beschluß des Provinzialconeil an den Pabst abgefertigthatte, in sein Haus, entriß ihnen dort ihre Schriftstücke, schaltsie auf Grund derselben Verräther und ließ sie nackt, an Händenund Füßen gebunden, in die Libau unter das Eis stoßen undjämmerlich erſäufen.
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