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Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
98
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98Leise öffnet sich eine Tapetenthüre, die Prinzessin Sy-billa läßt den Kund und noch einen wild aussehendenGesellen eintreten, sie schreitet langsam vor in des ZimmersMitte, und zeigt nach dem Vorhange, dem Schlafzimmer derHerzogin.Kurd sieht sich ängstlich um, er trägt ein dunkles Wollentuch in der Hand, sein Gefährte leuchtet mit einer Blind-laterne und hält in der andern Hand einen Strick,mit dem er grinsend nach dem Schlafzimmer deutet; dann stellter die Laterne auf den Hausaltar, neben das Krügleinmit der Rose und Beide verschwinden hinter dem Vorhange.Prinzessin Sybilla bleibt zurück und lauscht mitwilder Geberde nach dem Schlafzimmer hin — dort hört manein Geräusch; dann den unterdrückten Ruf: Jesus, Maria!worauf die Prinzessin mit teuflischer Triumphgeberdedurch die Tapetenthür entflieht.)(Daß der ganze Vorgang sorgsam und leisebehandelt wird, bedingt die Situation.)(Dann wieder einige Augenblicke Stille. Mit allen Zeichender Angst kommt Kurd zurück, der andere Mörder faßtihn bei der Hand und greift nach der Laterne, wobeiihm der Strick entfällt; dann führt er den wankendenKurd zur Tapetenthür hinaus, die er draußen sorgfältigverschließt. Aus der Ferne hört man den Ton einerGlocke, die zur nächtlichen Hora läutet.)Siebente Scene. Dasselbe Zimmer.(Mathilde von Mexelrain tritt aus einer Seitenthüreherein, sie trägt einen brennenden Wachsstock in der Hand.)Mathilde von Merelrain.Mich läßt die Sorge länger nicht verweilenMir war die ganze Nacht als hört' ich StimmenUnd unverwandt mußt' in des Mondes AntlitzDen Blick ich wenden, — wie ein banges Kind