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Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
93
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93Vierte Scene. Im Schloßgarten.(Herzog Johann Wilhelm, bleich aussehend, aber wohl-gekleidet, geht umher, von einem Diener begleitet; er pflückt eineRose, daran riechend.)Herzog Johann Wilhelm.Wie köstlich ist der Duft der jungen Rose!Wie friedlich spielt der Abendsonne ScheinUm Blumenkelche, die wie reine KerzenAuf dem Altar, zu Gottes Ehre glüh'n!(Herzogin Jacobe tritt aus dem Gebüsch, mit einem Buch-in der Hand; sie geht dem Herzog entgegen und reicht ihmdie Hand.)Jacobe.Wie freut es mich, in frischer AbendkühleLustwandelnd euch im Garten zu begegnen!Ich sah euch lange nicht, geht es euch wohl?Herzog Johann Wilhelm.Gott Dank! Jacobe, seltner sind die StundenDie mich verwirrend mit der Krankheit Pein,Das Haupt mir schwer, die Seele trübe machenUnd herzlich wünsch' ich, öfter euch zu sehn.Jacobe.Verzeihung, Herzog! wollet gütig denken,Daß mancherlei Geschäfte auf mir ruh'n,Und wenn nur erst Genesung ganz beglücktDie Tage wieder, die der Herr uns schenkt:So werden wir vereint die Bürde tragenUnd uns gemeinsam der Gesundheit freu'n.