91Kurd.Ich? — sagt ihr Gnaden! — ich — soll sie ermorden?und sie ist stark und kühnIch fürchte mich —Die Hand wird zittern, die den Stahl soll führenWenn sie mich ansieht — — nein — ich kann esnicht!Prinzessin Sybilla.Sie wird dich auch nicht ansehn! — wenn sie schläftIn stiller Nacht — ich will dich führen — sollst duDen Strick um ihren stolzen Nacken zieh'nDu kannst dir einen Helfer suchen — heuteWenn diesem Tage folgt die MitternachtKord.O, Gott!Prinzessin Sybilla.seiDu zitterst? Kund! — geh', schäm' dichEin Mann! — — Hast du gezittert als zum HolzstoßDenkeDie Mutter du zu führen dachtest?Daran, wie dich die Herzogin bestrafte!Aus meinem Dienst, von Weib und Kind hinwegDich jagen ließ — drei Jahre — heimathlosZu Elberfeld — in einem KetzerhauseKurd.Ja furchtbar war's! — und als ich endlich wiederMein liebes Kind gesehn, den frischen Buben!Da hab' ich ihn mit seinen kleinen HändchenDas Kruzifix berühren lassen, undZum Dank für meine Heimkehr, meine RettungAus der Luther'schen Pest — gelobte ichDem Klosterdienste meinen einz'gen Sohn!
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