90Und länger trag' ich nicht die BergeslastDes Hasses, der durch meine Adern schleichtWie siedend' Blei und meine Füße lähmt.Schon sitzen länger als zwei Jahre hierDie Kaiserlichen UntersuchungsrichterUnd ungewiß scheint mir das Resultat!Wie mich empört dies Vor= und RückwärtsschreitenBei den bedächt'gen Herrn! — ich möchte rasen!Säß' ich nur selbst auf des Gerichtes Stuhl,Die Feder taucht' ich ein in Gift und BlutUnd spräch ein Urtheil, das wie Donnerschlag,Mit Blitzeskraft die Trotzige vernichtet!Wie hat sie mich verhöhnt — verachtet!Die Hölle kocht in meiner engen BrustO Gott! wenn du dein sünd'ges Kind nicht hörstRuf' ich des schwarzen Satans Hülfe an!Ha! — kann ich es nicht? — was hält zurück michDen Todesstreich zu führen auf ihr Haupt?Geheimnißvoll — wie das Verderben schleichtReif ist das Opfer — schutzlos hingegebenIn meine Hand — nur Muth, Sybilla! — Muth!Steig aus dem Schwefelpfuhl herauf — du Teufel!Und hilf mir! — Kurd!(eilt rasch zur Thüre, will klingeln, thut es aber nicht, reißt dieThüre auf)hörst du nicht? — komm herKurd!!!(Kurd tritt ein.)Ich will ein frommes Werk dir anvertrau'nDoch fordert's Muth — Verschwiegenheit und TreueDie Herzogin Jacobe — die — muß sterbenUnd du, mein Kund — du sollst ihr Mörder sein!
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