65Ich hoffe, daß der Fürstin Gnaden nichtDen schönen Jagdzug allzu lang verschiebtMathilde von Merelrain.Seid nur bereit, Herr Junker! mir wär's liebWenn unsre Herrin durch die Wälder jagte,Und von des „Grafenberges“ TannenhöheDen heit'ren Blick in's weite Land sich gönnte!Es haben Sorgen in der letzten ZeitSo schwer umlagert das geliebte HauptIhr wird ein Tag in Gottes freier WeltIm muth'gen Spiel verbracht, mehr Ruhe schenken,Wie all' die dumpfe Stille, die im Schlosse,Als wär's ein Krankenhaus, unheimlich schleicht.Dietrich von Hall.Beglückt bin ich, daß ich geleiten darf,Die Fürstin fort aus diesen kalten MauernIn's liebe Freie, in den dunklen Wald;Wo herrlich sie auf ihrem weißen ZelterDahin fliegt, wie ein helles Feenkind!Mathilde von Merelrain.Ach, längst hat sie des Kindes frohen Muthwill',Verlernt am ernsten Hof von Düsseldorf!Geleitet sie nicht blos als Spielgenosse,Bleibt ihr in Noth und Tod ein treuer Freund.Dietrich von Hall.O, gnäd'ges Fräulein! was ich bin und habeIst einzig unsrer Herrin Eigenthum!(Die Herzogin tritt ein, im Jagdkleide der damaligen Zeit.)
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